Was das Sampeln anbelangt, hast du seit Anfang der 80er-Jahre „Fairlight CMI“ benutzt, stimmt’s?
Ja, denn das war einer meiner Favoriten. Aka / Darbari / Java war die erste Keyboard-Manipulation gesampleter Stimmen. So konnte ich ein Pygmäen-Sample spielen als parallele Quinte oder als einen anderen Akkord. Das war 1983, und ich glaube, das war ein super wichtiger Moment in der Musikgeschichte – zumindest was mich betrifft.

Hast du den Fairlight auch für die Rhythmen auf dieser Platte verwendet?
Nein, das waren größtenteils alles Loops von Abdou M’Boup, dem großartigen senegalesischen Drummer, entweder verlangsamt oder beschleunigt und dann noch überlagert. Wir haben tatsächlich einen Loop durchs ganze Studio gelegt, mit einem Tape, das um den Mikroständer ging – es gab damals ja noch nicht so lange digitale Loops.

Besonders auf Aka / Darbari / Java, auf Dream Theory In Malaya und Power Spot sind die Rhythmen nicht im 4/4-Takt, sondern haben irgendwie einen überzeugenden Groove.
Ja, das ist eine Sache, der sich angenommen werden muss. Aber die Vorstellung, dass auf einmal alles 4/4 sein muss. Ich meine, nach alldem, wenn du dir andere Teile der Welt und deren musikalische Inspirationsquellen anschaust, kannst du wohl kaum die Tatsache übersehen, dass bestimmte Gefühle aus einer Art Nachahmung entstehen. Für gewöhnlich vergleiche ich dies mit einem fallenden Blatt, das nicht in 52 gleiche Teile aufgespalten wird. Ich denke zwar, dass es neu erschaffen werden kann, aber diese Bewegung des Fallens – das kurze Erhaschen eines Windstoßes und dann der Fall, der vielleicht von etwas beschleunigt wird – diese Bewegung ist wunderschön. Und deshalb ist Raga so schön, weil Raga genau das macht, genauso wie persische und afrikanische Musik – sie laufen nicht nach einem Taktgerät.

Stream: Jon Hassell – Listening To Pictures (Pentimento Volume One)