Drugchecking in Berlin: Etwa die Hälfte aller Drogen sind verunreinigt oder zu hoch dosiert

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Das ist das Ergebnis einer Anfrage des Abgeordneten Vasili Franco (Grüne) beim Berliner Abgeordnetenhaus. Die Daten stammen vom Berliner Drugchecking-Projekt. Dort sind seit Juli 2023 insgesamt 5310 Proben von Partydrogen untersucht worden – mit einem alarmierenden Ergebnis: Rund 49 Prozent der analysierten Substanzen waren auffällig, entweder zu hoch dosiert, falsch deklariert, verunreinigt oder wiesen mehrere dieser Risiken gleichzeitig auf.

Im Durchschnitt werden etwa 150 Proben pro Monat kostenlos analysiert. Besonders häufig lassen Konsumierende Amphetamine, deren Derivate wie Ecstasy und Cathinone, außerdem Kokain, LSD sowie synthetische Cannabinoide testen. Natürliches Cannabis gehört nicht zum Untersuchungsangebot.

Die Auswertung zeigt, dass vor allem falsch deklarierte oder verunreinigte Drogen ein Problem darstellen. Auf Falschdeklarationen entfielen rund 36 Prozent aller Warnungen, auf Verunreinigungen etwa 35 Prozent. Hochdosierte Proben machten dagegen nur gut 15 Prozent aus.

Werden gefährliche Proben entdeckt, veröffentlicht das Projekt Fotos und Warnhinweise auf der Internetseite von Drugchecking Berlin. Dort finden sich zudem Informationen zu Wirkungen, Dosierungen, Risiken sowie möglichen Langzeitfolgen verschiedener Substanzen.

Die meisten Nutzer:innen des Angebots sind Männer zwischen 18 und 39 Jahren. Frauen machen nur rund ein Viertel der Teilnehmenden aus. Auffällig ist außerdem, dass die Mehrheit vor dem Drugchecking keinen Kontakt zu Angeboten der Drogen- oder Suchthilfe hatte. Die Warnplattform wird durchschnittlich etwa 37.000 Mal pro Monat aufgerufen.

Die Zahl der veröffentlichten Warnungen blieb über den gesamten Projektzeitraum auf einem konstant hohen Niveau. Besonders viele auffällige Proben wurden im Mai 2024 und im März 2026 registriert – jeweils 109 Warnungen in einem Monat.

Das Land Berlin unterstützt das Projekt mit 288.000 Euro im Jahr 2026, für 2027 sind 295.000 Euro vorgesehen. Nach Einschätzung der Senatsverwaltung für Gesundheit trägt Drugchecking dazu bei, Konsumierende für Risiken zu sensibilisieren. Die Analyseergebnisse führten häufig dazu, dass Menschen auf den Konsum verzichteten, ihre Dosis reduzierten oder ihr eigenes Konsumverhalten kritischer hinterfragten.

Sämtliche Beiträge unseres Drogen-Specials sind in diesem Artikel verlinkt.

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