Berliner Drug-Checking-Projekt: Warnung vor der Hälfte getesteter Drogen

Das Berliner Drug-Checking-Projekt zieht nach zwei Jahren aktiver Arbeit Bilanz: Fast die Hälfte der Proben geben aufgrund von Verunreinigung oder Überdosierung einen Anlass zur Warnung. Insgesamt wurden in dem Zeitraum 3.600 Proben getestet. 

Berlin startete im Juni 2023 als erstes Bundesland mit dem von der rot-rot-grünen Regierung initiierten Projekt. Bis zum Juni dieses Jahres wurden seitdem monatlich circa 150 Proben Ecstasy, Kokain und Amphetamine auf gesundheitsschädliche Stoffe und ihren Wirkstoffgehalt untersucht. Marihuana und Cannabis-Produkte sind von dem Projekt ausgeschlossen. Nutzer:innen müssen nach Abgabe ihrer Proben drei bis sieben Tage auf das Ergebnis warten. Die meisten Menschen, die das Angebot nutzen, sind männlich und zwischen 18 und 39 Jahren alt.

Aktuelle Warnungen, etwa aufgrund der hochdosierten Netflix-Pille, können online eingesehen werden.

Das Projekt ist so gefragt, dass die Kapazität der Labore kaum ausreicht. Um eine fortwährende Prävention zu gewährleisten, seien umfangreiche finanzielle Ressourcen nötig, die CDU und SPD bei den Haushaltsverhandlungen stellen müssen, so Vasili Franco, der Grünen-Sprecher für Drogenpolitik.

Drugchecking wird in Berlin von vista in Kooperation mit Fixpunkt und der Schwulenberatung angeboten. Unser Interview zum Thema Drugchecking mit vista-Mitarbeiter Lars Behrends findet ihr hier.

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