Yoyaku aus Paris hat das Berliner Presswerk Objects übernommen. Die Akquisition durch den Zusammenschluss aus Vinyl-Vertrieb, Schallplattenladen, Booking-Agentur, Design-Schmiede und Kunstgalerie ist bereits Anfang des Jahres erfolgt.
„Wir haben schon vor der Übernahme mit Objects zusammengearbeitet, weil wir die Qualität der Pressungen geschätzt haben. Objects ist im Dezember auf uns zugekommen”, sagt Benjamin Belaga, Gründer und CEO von Yoyaku, gegenüber der GROOVE. Alle Maschinen wurden übernommen und eine neue deutsche Firma gegründet.
Die Vinylproduktion in Berlin-Schöneweide wurde nahezu ohne Unterbrechung in der neuen Struktur fortgeführt. Man wolle langfristig stabile Produktionskapazitäten für unabhängige Labels in Deutschland und Europa sichern, heißt es in der Pressemeldung.
Ein Großteil des bisherigen Objects-Teams bleibt weiterbeschäftigt. Damit soll das technische Know-how rund um Galvanik, Pressung, Qualitätskontrolle und Logistik erhalten bleiben. Auch Objects-Mitgründer Jeremy Guillot bleibt eng in die strategische Entwicklung eingebunden. „Alle Mitarbeitenden sind für die Qualität der Schallplatten verantwortlich, deshalb ist das gesamte Team für uns unverzichtbar”, sagt Benjamin Belaga weiter.

Benjamin Belaga übernimmt die Geschäftsführung von Objects und verlegt dafür seinen Lebensmittelpunkt von Paris nach Berlin, um den weiteren Ausbau des Werks direkt vor Ort zu begleiten. „Wir wollen nicht als Akteure von außerhalb wahrgenommen werden, wir wollen Teil des Berliner Ökosystems werden”, erklärt Belaga im Videocall.
Die Produktionsstätte arbeitet mit mehreren Alpha-Phoenix-Pressen und verfügt über eine vollständig integrierte Galvanik-Linie. Dadurch können Lackschnittbearbeitung, Stamper-Produktion, Pressung, Finishing und Logistik innerhalb derselben Infrastruktur abgewickelt werden. Das soll laut Unternehmen sowohl Qualität als auch Lieferzeiten optimieren.
Yoyaku ist seit mehr als zehn Jahren im unabhängigen Vinyl-Ökosystem aktiv. Parallel zum Neustart des Presswerks entsteht mit Kurtezy eine neue in Berlin ansässige Vertriebsplattform für physische Releases. Das Unternehmen soll Presswerk, Lagerhaltung, Vertrieb, Labelmanagement, Künstler:innen und Plattenläden enger miteinander verbinden.
Zum Team gehört unter anderem Jamie Fry, Gründer des Plattenladens und -vertriebs KMA60, der sich künftig vollständig auf Kurtezy konzentrieren wird. Unterstützung kommt außerdem von Mario Radecki alias Sammy Dee, langjähriges Mitglied der Perlon-Posse und Mitbegründer der Partyreihe Get Perlonized.
Kurtezy versteht sich dabei nicht als bloßer Ableger von Yoyaku, sondern als eigenständige Berliner Initiative aus der lokalen Vinyl- und Clubkultur.

Ein öffentliches Abholsystem am Werk wird es bewusst nicht geben. Schallplatten, die über das Presswerk oder das Vertriebsnetz abgewickelt werden, sollen über die Berliner Plattenläden in Umlauf gebracht werden – und so jene Geschäfte unterstützen, die bereits eine zentrale Rolle in der unabhängigen Musikkultur der Stadt spielen.
Im Zuge der Vinyl-Explosion der Pandemie haben große Presswerke kleine Labels oft nicht mehr beliefert, weil Majors die Kapazitäten in Anspruch genommen haben, erklärt Belaga. Eine Reihe von auf kleine Auflagen spezialisierten Neugründungen musste im Rahmen einer Konsolidierung des Marktes aufgeben. Belaga ist aber alles andere als mutlos. „Wir stellen Auflagen von 200 bis 3.000 Schallplatten her – House, Electro, Minimal, Techno. Laurent Garnier gehört zu unseren Kunden”, sagt er. Vinyl-Verkäufe nehmen zur Zeit um zehn Prozent im Jahr zu. „Auch größere Künstler:innen wollen ihre Verbindung zum Underground unterstreichen, indem sie Vinyl pressen lassen.”
Seit fünf Jahren träumt Bel davon, ein Presswerk zu betreiben. Seine Philosophie besteht darin, alle Gewerke der elektronischen Musikkultur ineinandergreifen zu lassen: Die angeschlossene Bookingagentur hilft, Vertrauen unter Künstler:innen schaffen. Die Designagentur ist ein Hobby, das das äußere Bild aller Projekte schärft. Objects unterhält zurzeit über 500 Verträge mit Labels. „Wir setzen auf kleine Labels, die an einem direkten Kontakt interessiert sind, die auch mal mit der Person sprechen wollen, die die Pressmaschine bedient”, sagt Belaga. Die Begeisterung ist ihm anzumerken.







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