Hannah Laing: Schwere Vorwürfe gegen die Münchner Polizei [UPDATE]

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Die schottische DJ Hannah Laing erhebt schwere Vorwürfe gegen die Polizei auf dem Festival Isle of Summer in München-Riem. Nachdem sie gemeinsam mit ihrer Cousine eine mobile Toilette aufgesucht hatte, wurde die Künstlerin von Zivilbeamten abgeführt und anschließend auf Drogen durchsucht. In einem Statement auf Instagram beanstandete sie, dass die Kontrolle „beschämend und demütigend” gewesen sei.

Aufgrund der langen Wartezeiten hatten Laing und ihre Cousine die gleiche Toilettenkabine genutzt. Als sie diese wieder verließen, wurden sie von vier Zivilbeamten der Polizei aufgehalten und zu einem Zelt für Personenkontrollen geführt. Die Polizist:innen äußerten den Verdacht, dass die beiden Frauen Drogen konsumiert haben. „Ich kam gerade von der Bühne nach meinem Auftritt, deswegen war es besonders entwürdigend, von den Raver:innen gesehen zu werden”, sagte die Schottin in ihrem Statement.

Bei der darauf folgenden Durchsuchung habe eine Beamtin ihre Hände festgehalten, während eine andere sie auch im Intimbereich durchsuchte. „One officer held my hands, and the other did an invasive search all over, including in my underwear (front and back), feeling absolutely everywhere”, beschreibt sie die Durchsuchung. Dabei sei nichts gefunden worden.

Laing kritisierte insbesondere, dass ihr im Vorfeld nicht klar mitgeteilt worden sei, wie umfassend die Kontrolle ausfallen würde. Wäre ihr das bewusst gewesen, hätte sie das Festival nach eigener Aussage verlassen und der Maßnahme nicht zugestimmt.

Zur Rechtfertigung der Maßnahme verwies die Polizei auf ein Hinweisschild, das es untersagt, gemeinsam eine Toilettenkabine zu betreten. Hannah Laing erklärte jedoch, dass sie kein Deutsch verstehe und daher keine Kenntnis von dieser Regelung gehabt habe.

Sollte die Polizistin tatsächlich den Intimbereich kontrolliert haben, ist das rechtlich ein erheblicher Eingriff in die Intimsphäre. Es ist fraglich, ob der gemeinsame Toilettenbesuch ein ausreichender Verdachtsmoment ist und die Maßnahme verhältnismäßig war. 

Unterstützung bekommt Hannah Laing aus der Szene. Marlon Hoffstadt, Amelie Lens, Mariana Bo, Somewhen und Marie Vaunt bekundeten ihre Empörung über den Vorfall. Das Isle of Summer und die zuständige Polizeibehörde äußerten sich noch nicht. Laing betonte aber, dass das Festival sich sehr gut um sie gekümmert habe und ebenso schockiert über den Vorfall gewesen sei.

Hannah Laing ist DJ und Produzentin aus Dundee, die vor allem für energiegeladenen Techno, Trance und Hard-House bekannt ist. Einer ihrer bekanntesten Tracks ist „Good Love”.

[UPDATE]: Das Polizeipräsidium München bewertet ihr Vorgehen während der Kontrolle grundsätzlich als gerechtfertigt. „Die gemeinsame Nutzung von Toilettenkabinen kann nach kriminalistischen Erfahrungswerten den Anfangsverdacht eines Verstoßes gegen das Betäubungsmittelgesetz bestärken”, heißt es in einem Statement gegenüber der GROOVE. 

Wo allerdings der konkrete Verdachtsmoment für einen Eingriff in die Intimsphäre lag, ließ das Polizeipräsidium München unbeantwortet. Ganz allgemein sei es jedoch „rechtlich zulässig, auch Intimzonen im Rahmen der körperlichen Durchsuchungen zu sichten”. Der konkrete Einsatzablauf sowie die Verhältnismäßigkeit der Durchsuchung würden intern geprüft und entsprechend nachbereitet. Das Polizeipräsidium München bedauere es, wenn Maßnahmen als demütigend empfunden werden.

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