Electronica, elektronische Popmusik mit oder ohne Vocals, kommt heuer nicht mehr so oft als digitaler Kuschelrock mit soft-psychedelischer Erdnote daher wie noch zu den Hochzeiten von Boards of Canada, Caribou/Manitoba oder Four Tet. In England war und ist dafür meist das gute alte „Hardcore-Kontinuum“ von Dub, Rave und Jungle über Drum’n’Bass und 2-Step zu Dubstep und Grime verantwortlich. Anderswo hat Electronica mainstreampopuläres wie Trap, EDM und Hip-Hop-Beats aufgenommen, aber auch Underground-Retro Moden wie Electro, EBM und „Minimal Wave“. Besonders die letzten beiden haben gerade Konjunktur und zeigen Potential.

So etwa bei der französischen Techno-Songwriterin Chloé Raunet aus dem Umfeld des Pariser Kill The DJ-Labels (nicht zu verwechseln mit der ebenfalls bei Kill The DJ beheimateten „Chloé“ Tévenin). Unter ihrem Solo-Alias C.A.R. schreibt Raunet kühlzarte Electro-Oden die von früher Avantgarde Elektronik genauso viel gelernt haben wie von Dark Wave und Synthpop. „Daughters“, die Vorabsingle zum formidablen kommenden Album Pinned (Ransom Note) kultiviert diese gefriergetrocknete Reibungshitze von Anziehung und Distanz ziemlich perfekt.


Stream: C.A.R. – Daughters

In der Zwischenwelt von Wave und Techno, von Coolness und Schweiß hält sich auch das britische Duo The Golden Filter am liebsten auf. Auf der EP End Of Times (Optimo), ihrem ersten Lebenszeichen nach dem Album Still // Alone, vertiefen sie ihre einzigartige Verquickung nostalgischer New Wave und jetztzeitiger Techno-Soundwelten noch einmal. Was auf der LP noch auf zwei getrennten Seiten verhandelt wurde kommt jetzt in allen Stücken auf denkbar ergiebige Weise direkt zusammen. Vor allem das Titelstück ist ein Hit.


Stream: The Golden Filter – End Of Times 12″ EP (Snippets)

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