Nach der Schließung des DNA planen die Betreiber:innen einen „Kulturspace“ für bis zu 1500 Gäste. Im Januar soll es losgehen.
Ende September hat das DNA im Münchner Werksviertel seine Türen geschlossen. Nach MMA, Harry Klein und Blitz war es der nächste Verlust für das Nachtleben der Stadt. Schon vor einigen Wochen hatte das DNA-Team auf Instagram angekündigt, dass das Club-Kapitel zwar beendet sei, man sich aber in einer „Transition“ befinde und einen „Raum ohne Grenzen“ erschließe. Jetzt stehen die Details fest: Nur wenige Schritte vom alten Standort entfernt, ebenfalls im Werksviertel, entsteht das „Sonder“.
Der neue Ort liegt in einer Halle des früheren Pfanni-Werks mit 13 Meter hoher Decke. Dort wurden einst Kartoffeln gelagert. Später lief hier ein Musicalbetrieb mit Produktionen wie „Fack Ju Göhte“ und „Amelie“, zuletzt das Theater Werk7 von Werksviertel-Betreiber Werner Eckart. Bis zu 1500 Gäste sollen ins Sonder passen. Das entspricht etwa der Dimension des legendären KW – Das Heizkraftwerk, das zu Zeiten des Kunstparks Ost auf demselben Gelände lag.
Geplant sind mehrere Flächen, die einzeln oder zusammen bespielt werden können. Die Tribüne aus der Musicalzeit ist aus der Haupthalle bereits entfernt worden, möglicherweise sollen dort Emporen für das Publikum entstehen. Hinzu kommt ein kleinerer Club-Raum.

Die Betonästhetik der Halle soll erhalten bleiben. Neben Clubnächten sind Konzerte, Ausstellungen und Listening Sessions vorgesehen. Die Halle soll außerdem für Firmenveranstaltungen vermietet werden. In Arbeit ist zudem ein „Well Being“-Konzept, das etwa Ambient-Sessions nach Feierabend umfassen könnte, erklären die Macher im verlinkten SZ-Artikel.
Der Name stammt aus dem Dictionary of Obscure Sorrows. Dort bezeichnet „Sonder“ den Moment, in dem einem bewusst wird, dass jeder fremde Mensch ein ebenso komplexes Innenleben hat wie man selbst. Gegenüber der Süddeutschen Zeitung beschreibt Mitbetreiber Patrick Mittermeier das Sonder als „Ort der Begegnung“. Man verstehe sich „nicht als klassischer Nachtclub, sondern als kuratierter Raum für zeitgenössische Kultur“.
Rückendeckung kommt vom Eigentümer. Werner Eckart gibt für das Sonder sein Theater auf. Er habe für Werksviertel-Mitte von Beginn an wieder einen Techno-Club gewollt, sagte er der SZ. Die Umnutzung des Pfanni-Areals habe schließlich mit dem Ultraschall begonnen. „Techno war immer der Antrieb hier“, ist er überzeugt.
Der Eröffnungstermin steht noch nicht fest, er soll im Januar liegen.

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