Wer in Clubs auflegt, sortiert seine Musik meist in rekordbox. Wer Tracks baut, sitzt oft in Ableton Live. Die Berliner Software Bitwig bringt beide Welten jetzt in einem Programm zusammen. Das neue Update liest die komplette DJ-Bibliothek aus, samt Tempo, Tonart und Markierungen.
Die Berliner Softwareschmiede Bitwig hat dafür mit AlphaTheta, dem Unternehmen hinter Pioneer DJ und der DJ-Software rekordbox, zusammengearbeitet. Sobald rekordbox auf dem Rechner installiert ist, zeigt Bitwig Studio die Musiksammlung automatisch im Browser am rechten Rand der Produktionssoftware (DAW) an. Gesucht wird nach Artist, Genre oder Playlist.
Die Track-Cues, die DJs in rekordbox gesetzt haben, erscheinen dabei als Markierungen. Den Song kann man entlang der von rekordbox erkannten Struktur oder der eigenen Marker in Schnipsel zerlegen. Außerdem zeigt Bitwig Gesangsstellen als Platzhalter an. Und: Das Taktraster, das rekordbox über den Track legt, wandert mit, selbst wenn es von Hand korrigiert wurde. Wer will, ordnet die Schnipsel neu an, legt Schlagzeug-Loops im passenden Tempo darunter oder spielt Synthesizer-Linien dazu, die zur Tonart des Originals passen. So sollen spontante Edits und Live-Remixe möglich werden.
Für die neue Funktion braucht man rekordbox ab Version 6 auf macOS oder Windows sowie einen aktiver Upgrade-Plan für Bitwig Studio. Im Winter soll für alle Bitwig-Versionen die Stem Separation folgen, also das Aufspalten eines Songs in verschiedene Spuren für Gesang, Drums oder Bass. Bei Ableton Live gehört eine solche Funktion bereits zum Programm.
Parallel verkauft AlphaTheta unter dem Namen „Studio Plan” die Einsteigerversion Bitwig Studio Essentials im Abo. Aktuell sind dafür pro Monat sieben Euro fällig. Enthalten sind 40 Instrumente und Effekte sowie zehn Modulatoren, die Klängen Bewegung geben. Die Abo-Lizenz gilt für bis zu drei Rechner.
Bitwig kam 2014 auf den Markt, gegründet wurde die Firma von ehemaligen Ableton-Leuten in Berlin. Bislang galt sie vor allem als Producing-Software. Die Zusammenarbeit mit Alphatheta darf man also als Vorstoß ins Live-Segment bewerten. Dort ist die Konkurrenz unter dem Ableton-Monopol groß. Serato, ein weiterer DJ-Software-Hersteller, hat im Mai sein DAW „Serato Studio” ohne Aufpreis in die DJ Suite gepackt, mit gemeinsamer Bibliothek und Rückweg ins DJ-Set.







