E-Werk-Ikone trennt sich von Techno-Souvenirs: 24 Karat Gold für den guten Zweck

Ein Stück Berliner Clubgeschichte steht zum Verkauf. Hilke Saul, die ehemalige Chefin des E-Werks, trennt sich von ihren zwei vergoldeten Technics-Plattenspielern. Damit haben in den E-Werk-Glanzzeiten von 1993 bis 1997 die Größen der DJ-Welt aufgelegt. Und das schlägt sich im Preis nieder: Wer sich wie Sven Väth oder Juan Atkins fühlen will, muss 12.900 Euro auf den Tisch legen.

Bei den Geräten handelt es sich um zwei Technics SL-1200 Limited in 24-Karat-Gold-Optik – eine seltene Sammleredition, von der weltweit nur etwa 5.000 Stück produziert wurden. Das Besondere an Sauls Exemplaren: An der rechten unteren Ecke ist der Klavierlack deutlich abgerieben.

Was für Laien wie ein Makel aussieht, erklärt die Ex-Club-Chefin mit Stolz. An dieser Stelle ruhten beim Auflegen die Handkanten der wichtigsten DJs der Welt.” Es sei der „Schweiß der Nächte”, der diese Plattenspieler zu Unikaten der „legendären 90iger Berliner Techno-Nächte” [sic!] macht.

Das E-Werk an der Wilhelmstraße galt zwischen 1993 und 1997 als das Epizentrum der Berliner Techno-Szene. Zu Hochzeiten standen hier namenhafte DJs aus Detroit und Chicago an den Decks und schufen einen internationalen Kultstatus. Neben Gigs der Meister Carl Cox, Sven Väth, Westbam, Laurent Garnier oder Paul van Dyk fanden dort auch Live-Auftritte der Band The Prodigy statt. Nach der Schließung des E-Werks 1997, als der Techno laut Saul „zunehmend kommerzieller” wurde, stieg sie aus dem Nachtleben aus. Seit 26 Jahren betreibt sie nun erfolgreich das Restaurant Schoenbrunn im Volkspark Friedrichshain.

Das E-Werk wurde in den 1920er-Jahren erbaut – zunächst als Energieversorgungsanlage. Heute beherbergt der Ort Büros von IT-Unternehmen, mietbare Flächen für unterschiedliche Events und zwölf Wohneinheiten. Zuletzt zog die Kinemathek im E-Werk ein, um 130 Jahre Film- und Fernsehgeschichte erlebbar zu machen.

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