Text: Florian Obkircher & Gerhard Stöger, aus dem 2013 erschienenen Buch WIENPOP
Erstmals erschienen in Groove 142 (Mai/Juni 2013) | Mehr Groove-Zeitgeschichten

Vom Schlafzimmerstudio in die Stretch-Limo: Peter Kruder und Richard Dorfmeister schafften es in den neunziger Jahren, Wien vom Popmusik-Importeur zum -Exporteur zu machen – und die Stadt erstmals auch abseits der Klassik von Mozart, Strauß & Co auf der internationalen Musiklandkarte zu etablieren.

In den neunziger Jahren brodelte es in der Wiener Musikszene: DJ Pure entdeckte bei einem Berlin-Besuch den Tresor und importierte Techno nach Wien. Was zur Folge hatte, dass sich junge Musiker von Patrick Pulsinger bis Christopher Just mit Synthesizern eindeckten und musikalisch in die Zukunft blickten. Fast zur gleichen Zeit schufen Peter Kruder und Richard Dorfmeister – beeinflusst von den Acid-Jazz-Clubnächten Soul Seduction – einen Sound, der wenig später als Downbeat um die Welt gehen sollte. Der immer schneller werdenden Technotracks überdrüssig, starteten Peter Rehberg und Ramon Bauer wenig später das Label Mego, machten Musik mit Kühlschränken und befreiten abstrakte Elektronik vom akademischen Mief.

In dem 2013 erschienenen Buch WIENPOP – Fünf Jahrzehnte Musikgeschichte erzählt von 130 Protagonisten kommen alle oben Erwähnten zu Wort. Im folgenden Auszug sind es unter anderem Peter Kruder und Richard Dorfmeister, die erzählen, wie sie von der Wiener Grundsteingasse aus die Welt eroberten. Peter Rehberg, Christian Fennesz und andere dagegen verraten, warum der „Melange“-Sound-Hype in Wien selbst eher kritisch beäugt wurde.

Die Remix-Compilation The K&D Sessions™, mit der Kruder & Dorfmeister den größten Erfolg ihrer Karriere feirten, wird am 17. November 2014 als Fünffach-LP, Doppel-CD und erstmals auch als (neu gemasterte) digitale Download-Version bei !K7 wiederveröffentlicht. Die Original-Masterbänder der Compilation waren lange Zeit verschollen und wurden von Label-Chef Horst Weidenmüller zufällig wiederentdeckt, als er vor zwei Jahren für einen Groove TV-Beitrag das !K7-Archiv durchforstete.

 


 

Peter Kruder: Ich lernte den Richard 1991 kennen. Peter Rauhofer (Wiens erster Houseproduzent, Anm. d. A.) stellte damals seine Compilation Danube Dance zusammen. Eine Platte mit elektronischer Musik aus Wien. Ich steuerte einen Track mit meinen Freunden Arno und Makossa bei. Wir arbeiteten im Studio der Moreaus in der Schanzstraße daran, bis irgendwann der Samplespeicher ausging. Und irgendjemand schickte uns dann den Richard vorbei, weil der eben auch einen Sampler hatte.

Richard Dorfmeister: Die Jungs wollten irgendetwas wegen einer Einstellung wissen. Deshalb bin ich mit meinem Sampler rüber in die Schanzstraße. Man kann sagen, dass uns der Sampler zusammengebracht hat. Ich spielte zu der Zeit eigentlich noch mit Andy Orel und Mona Moore in der Band Sin.

Peter Kruder: Das zweite Treffen gab’s dann bei Constantin Peyfuss (Gründer der Kunstplattform Abuse Industries) in der Wohnung. Weil der Richard nämlich auch ein Stück für diese Compilation produzierte. Mit dem Rodney, der hat gerappt.

Rodney Hunter: Als ich Richards Studio sah, hat es mich weggeknallt. Der Typ arbeitete damals mit Schrott-Equipment auf einem Level, das war unglaublich. Und dann konnte er noch Flöte, Kontrabass und Klavier spielen. Am nächsten Tag stellte ich ihn dem Peter vor, der war ja mein bester Freund. Ich sagte zu ihm: „Das ist der Richard, der ist total super. Den musst du dir anschauen.“

Peter Kruder: Ich arbeitete mit zwei Jungs in einem Studio namens „Gig Music“ im siebten Bezirk. Wir luden den Richard ein, bei einem unserer Tracks Flöte zu spielen. Mit den zwei Typen hab ich mich bald darauf zerstritten, aber der Richard und ich blieben in Kontakt. Er ging dann für ein Jahr nach London. Ich hatte zu der Zeit selber ein gutes Angebot, nach Los Angeles zu gehen, um bei Peter Savic als Friseur zu arbeiten. Der war damals eine totale Ikone, hatte beispielsweise Madonna blond gefärbt. Aber ich verdiente seinerzeit als Freelancer auch in Wien schon ganz gutes Geld. Tausend Schilling am Tag. Das heißt, ich musste nur vier Tage im Monat arbeiten und hatte genug Kohle, um nebenbei Musik machen zu können. Ich stieß dann auf diese Platte von Simon & Garfunkel, Bookends, und fand, dass der Richard total aussieht wie Art Garfunkel. Ich scannte das Cover dann ein und schickte es ihm nach London. Mit der Aufschrift: „Wir müssen eine Platte machen, nur um dieses Cover nachzustellen. Weil du ausschaust, wie dieser Typ.“ Er rief mich dann an und sagte: „Mir taugt’s hier eh nicht.“ Worauf ich meinte: „Dann pack deine Sachen und komm nach Wien.“ Drei Tage später stand er vor meiner Tür. Mit seinem Peugeot, bis obenhin vollgepackt mit Equipment. Das haben wir dann in meiner Wohnung in der Grundsteingasse aufgebaut und angefangen, Musik zu machen.

Richard Dorfmeister: Peters Studio in der Grundsteingasse, nach der wir unsere erste Platte G-Stoned benannten, war eine Zweizimmerwohnung, bestehend aus Schlaf- und Wohnzimmer. Man wohnte ja damals im Studio. Man stand auf, ging ins andere Zimmer – wenn man überhaupt ein zweites hatte – und legte los. Deswegen hieß einer der Tracks „Original Bedroom Rockers“.

 


Stream: Kruder & DorfmeisterOriginal Bedroom Rockers

 

Peter Kruder: Über unseren Künstlernamen haben wir lange nachgedacht. Ich hatte ja noch meinen Namen aus Moreaus-Zeiten: PM 2 The K. Der Richard nannte sich Dr. Richard, so wie das Wiener Busunternehmen. Ich erinnerte mich dann an das Cover von Simon & Garfunkel und dachte: „Warum nennen wir uns nicht einfach Kruder & Dorfmeister, so wie wir eben heißen?“ Der Richard war sich am Anfang nicht sicher. Zu dieser Zeit gab es niemanden, der dieses „&“ im Namen hatte.

Richard Dorfmeister: Wir waren ständig auf Sample-Jagd. In der Operngasse gab es einen Second-Hand-Plattenladen von einem Amerikaner. Der hatte irrsinnig viele tolle alte Platten, das war eine Goldgrube! Ich bin da oft mit meinem DAT-Recorder hin und hab stundenlang Sachen aufgenommen, die wir zum Teil für unsere Produktion verwerteten.

Peter Kruder: Ich durchforstete die Plattensammlungen meiner Freunde Arno und Makossa nach Sample-Material. Das war sehr ergiebig. Wir hatten ja kein Geld, um uns selber Platten zu kaufen. Das wenige Geld, das wir hatten, ging dann für die Pressung der G-Stoned-Platte drauf. Eintausend Stück, das war das Minimum. Pressen ließen wir damals bei der Viennola. Da gab’s die berühmte Frau Brüggemann, die hat unsere Platte geschnitten. Das klang aber nicht so toll. Also rief ich an: „Entschuldigen Sie, Frau Brüggemann, aber warum klingt das denn so dumpf?“ Und sie meinte: „Mein lieber Herr, Ihre Musik hat Dynamiken drinnen wie bei klassischer Musik, das ist ja keine Pop-Produktion. Da muss ich komprimieren. Und wenn ich komprimiere, dann sind die Höhen weg. Ich kann Ihnen die Höhen zwar wieder reinmachen, aber normalerweise mache ich das nicht so.“ Sie machte dann noch einen Cut und der klang super. Das war Steinzeit damals. Vorzeit. Urzeit!

Alexander Hirschenhauser: Ich verteilte die Platte an mein kleines Acid-Jazz-Netzwerk in Europa: Family Affair in Mailand, Groove Attack in Köln und natürlich Gilles Peterson in London. Der spielte es gleich in seinem Club Talkin’ Loud & Sayin’ Something, einen Tag später lief die Platte in seiner Radiosendung. Alle waren total begeistert. Ab diesem Zeitpunkt mussten wir fast jeden Monat nachpressen. Die Stückzahlen wurden immer gewagter, und selbst dann war’s nie genug.

 

„Gilles Peterson meinte, wir wären sein Beatles-Moment gewesen. Ich hatte Tränen in den Augen, das war ein Wahnsinn.“ Peter Kruder

 

Peter Kruder: Zwei Wochen nach der Veröffentlichung rief mich der Richard an: „Wann willst denn nachpressen? Die tausend Stück sind weg.“ Ich so: „Wow!“ Das war ein unglaubliches Gefühl. Gilles Peterson meinte später sogar, wir wären sein Beatles-Moment gewesen. Der hat das in seiner Show gespielt wie wild. Für uns war das der Ritterschlag, wir waren ja große Fans seiner Sendung. Ich weiß noch, ich hatte Tränen in den Augen, das war ein Wahnsinn. Nach dem Erfolg von G-Stoned flogen wir nach London, um die ganzen Leute persönlich zu treffen. Am Flughafen sahen wir Typen mit ihren Handys. Das waren fette Prügel, aber wir dachten uns: „Wow, die sind so smart.“ Denn wir standen wenig später in einer Telefonzelle mit einem Zettel voller Nummern und riefen bei Labels wie Wall Of Sound und Ninja Tune an. Unser Ziel: Remix-Aufträge an Land ziehen. Und alle wollten uns treffen.

Richard Dorfmeister: Wir hatten nichts zu verlieren. Wir spazierten einfach bei denen rein und stellten uns vor – ganz ohne Management oder irgendwas. Wir machten dann einen Track für die allererste Ninja Cuts-Compilation.

Peter Kruder: Eine Zeit lang waren wir sogar in heftigen Gesprächen mit Island Records. Wir wussten aber, wir wollen nicht mit den Major-Labels zusammenarbeiten. Über Remixes ließ sich dieser Andrang ganz gut lösen. Wir bekamen viel Promotion von den Plattenfirmen, mussten nichts unterschreiben, bekamen aber trotzdem gezahlt. Der Gilles war ja auch hinter uns her, aber Jahre später sagte er zu mir, dass es total smart war, unabhängig zu bleiben. Wenn wir bei seinem Label unterschrieben hätten, hätten wir in drei Jahren drei Alben machen müssen und nie die Zeit gehabt, unseren Namen mit DJ-Gigs und Remixes aufzubauen. Unser Ansatz für Remixes war ja, etwas Neues zu kreieren. Die Vocals zu nehmen und darunter alles neu zu arrangieren. Nicht einfach nur den Bass lauter drehen und einen Beat dazugeben. Das gefiel auch den Künstlern.

Rodney Hunter: Viele der Remix-Aufträge, die Peter und Richard damals erhielten, waren ja auch Umwerbungsversuche von Plattenfirmen. Die beiden sollten sich denken, das Label ist leiwand (österreichischregional für sehr gut, Anm. d. Red.), vielleicht sollten wir bei denen unterschreiben. Das war wie bei der Mafia, wo man ein Kuvert zugesteckt bekommt. Die A&R-Typen von den Plattenfirmen sagten: „Schaut’s her, Depeche Mode. Wollt’s remixen? Was meint’s?“ Peter und Richard machten die Remixes natürlich und ließen sich gut dafür bezahlen. Aber wenn der gleiche Typ ihnen später einen langfristigen Plattenvertrag anbot, meinten sie nur: „Nein, danke.“

Peter Kruder: Ende 1995 waren wir zuerst auf Amerika-Tour, danach kurz in Japan. Den letzten Gig des Jahres spielten wir in Brüssel. Wir saßen total ausgelaugt auf der Backstage-Couch. Auf einmal fliegt die Tür auf, ein sturzbetrunkener Typ wankt rein und fällt vor uns auf die Knie: „Jungs, wir müssen eine Platte machen.“ Wir waren beide so: „Was ist das denn jetzt?“ In den folgenden Monaten wurde Richard von diesem Typen mit Anrufen gequält. Er sei von !K7 Records, sagte er. Wir sollten nach Berlin kommen und eine Mix-Compilation für die machen. Irgendwann gaben wir nach. Aber ich erinnere mich, im Flugzeug sagte ich noch zu Richard: „Eigentlich wollen wir das eh nicht machen, oder?“ !K7 machte zu diesem Zeitpunkt Techno-Compilations mit grauslichen Covers. Wir trafen die Typen dann in einer Pizzeria in Berlin und stellten gleich zu Beginn klar: „Wir finden das scheiße. Eure Covers, eure Mixe. Wir wollen das ganz anders machen.“ Die saßen uns gegenüber mit großen Fragezeichen im Gesicht. Dann stand die ganze Partie auf und verschwand geschlossen in der Toilette. Wir saßen da dann eine Zeit lang alleine mit dem Frascati. Dann kamen sie zurück. Mit einem Lächeln, und sagten: „Super, das machen wir.“ Als es ums Geschäftliche ging, meinten sie: „Die letzte DJ-Kicks war von Carl Craig, 15.000 Stück haben wir von der verkauft. Aber das ist eben Carl Craig.“ 15.000 Stück schien irre viel. Ich sagte dann: „Gut, schau ma’ mal.“

Samir Köck: Mit ihrer Mix-CD erwischten Kruder & Dorfmeister genau den richtigen Zeitpunkt. Unfassbar, wie wenig für diesen Erfolg reichte. Diese Compilation gilt ja als deren Album. Dabei hatten sie da einfach ein paar kleine Effekte zu fremden Nummern dazugezwirbelt. Bei denen waren nicht die großen Ideen zu Hause. Das ist, als ob jemand ein Bild malen würde und ein anderer macht dann noch drei Farbklekse drauf und sagt: „Das ist jetzt meines!“ Mit dieser Mentalität konnte ich nie etwas anfangen. Auch diese ganzen Raubzüge: sich fremder Musik zu bedienen und den eigenen Namen drunterzuschreiben.

Peter Kruder: Wir spielten in München bei einer Compost-Party in der Muffathalle, das war rappelvoll. Danach hatten wir ein Interview und der Journalist sagte: „Ich verstehe den Hype nicht, ihr habt’s doch nichts selber gemacht außer dieser ersten EP.“ Mir ist diese Aussage irrsinnig auf den Sack gegangen, weil wir zu diesem Zeitpunkt vierzig Remixe draußen hatten, die um die Welt gegangen sind. Auf der Fahrt zurück nach Wien entschlossen wir uns dann, die ganzen letzten vier Jahre noch einmal auf eine Compilation zu packen, damit die Leute checken, was wir gemacht haben. Daraus entstand The K&D Sessions™. Unsere DJ-Kicks hatte sich zu diesem Zeitpunkt ungefähr 60.000 Mal verkauft. Von der „Sessions“ erwartete man sich noch ein bisschen mehr, aber keinesfalls den Wahnsinn, der damit losging.

 

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The K&D Sessions™: Stretch Limos, Nobelhotels und Madonna

Klaus Waldeck: Der Journalist Sven Gächter sagte über The K&D Sessions™ einmal sinngemäß: Jeder hatte damals ein Billy-Regal und diese CD. Egal wo man hinging, sie ist permanent in allen Clubs und Cafés als Berieselung gelaufen. Das war ein Lifestyle-Produkt, genau wie das Ikea-Möbelstück.

 

„Jeder hatte damals ein Billy-Regal und eine The K&D Sessions™-CD. Das war ein Lifestyle-Produkt, genau wie das Ikea-Möbelstück.“ Klaus Waldeck

 

Alexander Hirschenhauser: Die The K&D Sessions™ setzte dann noch einmal eines drauf. Die Platte ging durch die Decke. Auf einmal waren Kruder & Dorfmeister auf allen Kanälen, einfach überall.

Andy Orel: Im Sommer 1999 war ich in San Francisco. Und was tröpfelte aus den Boxen eines coolen Vintage-Mode-Ladens? The K&D Sessions™. Keine 15 Minuten später in einem Geschäft auf der anderen Straßenseite: genau das Gleiche. Und es kam noch besser: Wenig später fuhr ich mit meiner damaligen Frau nach Missoula in Montana im Nordwesten der USA. Eine 50.000-Einwohnerstadt mitten im Nirgendwo. Abends gingen wir in eine Bar – und der lokale DJ legte doch wirklich The K&D Sessions™ auf! Als ich ihm später so nebenbei erzählte, dass die zwei Kumpels von mir sind, glaubte er mir erst gar nicht. Für den war das, als hätte ich gesagt, ich wär mit den Beatles intim!

Richard Dorfmeister: Von da an waren wir richtig viel unterwegs. Ständig auf Tour. Für uns war das schon extrem abstrakt. Weil wir ja aus dem Wohnzimmer kamen und für unsere Freunde Musik machten. Und dann bist du plötzlich prominent auf komische Art. Du legst irgendwo auf und hast acht Reihen Leute vor dir stehen, die dich anstarren. Keiner tanzt, alle starren nur. Als DJ denkst du dir in dem Fall: Irgendetwas stimmt da nicht.

Sugar B: Peter und Richard holten mich für ihre Gigs als MC mit an Bord. Das war schon irre. Wir flogen nach Australien. Pro Stadt hattest du drei Tage: Ein Tag Anreise, ein Tag Gig, ein Tag Abreise. Und Australien ist nicht klein. Die Flüge waren sehr anstrengend. Da half es natürlich schon, in einem Fünfsternehotel untergebracht zu sein. Und nur feinsten Alkohol zu trinken, von dem du am nächsten Tag kein Kopfweh hattest. Wir wurden ja auch in Stretchlimos vom Flughafen abgeholt. Das war halt ein Gimmick der Veranstalter als Draufgabe zum Nobelhotel. Das Problem ist, solche Dinge werden schnell zur Gewohnheit. Wenn dann im Hotel einmal die Klimaanlage nicht funktioniert und du schwitzt dir einen Hiasl (österreichisch: Person, scherzhaft für Dummerchen, Anm. d. Red.) ab, da zuckst aus, das hat gar nichts mit Starallüren zu tun.

Andy Orel: Ein halbes Jahr lang lag mir Richard in den Ohren, ich sollte doch bitte endlich den Lizenzvertrag mit !K7 unterschreiben. Damit sie ihren Remix meiner Band Sin auf die The K&D Sessions™ geben könnten. Richard meinte damals: „Hey Alter, das ist easy money, die Sache könnte riesig werden. Vielleicht verkaufen wir 20.000 Stück!“ Skurillerweise ist dieser Track auch die einzige Nummer auf dem Album, an dem Richard nicht nur Remixer, sondern auch als Komponist beteiligt ist, da wir „Where Shall I Turn“ 1990 zusammen geschrieben haben, als er selbst noch Mitglied bei Sin war. Jedenfalls hab ich dann letztlich unterschrieben. Der Deal: 1 Schilling pro verkauftem Tonträger. Drei Monate später kam die erste Abrechnung – und der Betrag war sechsstellig. Ich konnte es kaum glauben. Das war mehr Geld als wir mit Sin mit allen unseren Plattenverkäufen, Konzerten und anderen Lizensierungen zusammen verdient hatten. Nach zehn Jahren hatten wir eine dreiviertel Million Schilling verdient – nur, weil unser Track auf der „K&D Sessions“ drauf war.

 


Stream: SinWhere Shall I Turn? (K&D Session™ Vol. 2)

 

Peter Kruder: Uns wurde das dann alles ein bisschen zu viel. Wir wussten, wenn wir die nächste Stufe machen wollen, dann müssen wir uns auf die Majors einlassen, dann müssen wir uns dem System fügen. Das war uns aber beiden zuwider. Deshalb beschlossen wir: Ich mach mein Peace Orchestra, der Richard das Tosca-Ding. So konnten wir auf einem Level arbeiten, wo wir alles kontrollieren können. Das war uns wichtiger als Popstar-Dimensionen zu erklimmen. Wir schlugen ja Millionen aus, weil wir keine Werbebanner bei unseren Konzerten wollten. Wir blieben uns da treu und sagten: „Nie im Leben, wir wollen das nicht.“ Damals galt die Devise: Ball flach halten. Keine Interviews, keine Fotos.

Richard Dorfmeister: Wir lehnten auch irrsinnig viele Remixe ab. Aber nie vorsätzlich, es wurde uns einfach zu viel. Nichts gegen Grönemeyer, der ist ein cooler Typ, nichts gegen Sade. Ihr Manager rief mich damals an und ich sagte einfach: „Nein.“ Wahnsinn, oder? Wir lehnten ja sogar David Bowie ab.

Peter Kruder: Das Problem mit Bowie war, dass uns die Nummer, die wir remixen sollten, einfach nicht getaugt hat. Trotzdem lernten wir ihn in Wien dann kennen, bei einem Meet-and-Greet in der Arena. Das war leider irrsinnig enttäuschend. Ich stand da meiner Jugendikone gegenüber, dem best dressed man in the world. Und er trug ein billiges Kleider-Bauer-Hemd mit einer Bundfaltenhose. Das sah so scheiße aus! Wir standen in der Schlange im Arena-Backstage-Raum. Als wir dann dran waren, sagte er nur: „Nett, euch zu treffen. Ich mag euer Zeug. Der Nächste!“ Das war’s. […] Wir haben die tollen Sachen, die uns passiert sind, nie überbewertet. Die tollen Angebote, die Leute, die wir kennenlernten, wir waren immer so: „Pfh, jo eh?“

Auf der anderen Seite war uns das ganze Gerede gegen uns auch immer wurscht. Wir pflegten immer diese Unaufgeregtheit. Was wir damals überhaupt nicht wollten, war erfüllen. Und schon gar nicht den klassischen Weg gehen und ein Album veröffentlichen, wenn jeder es von dir erwartet. Es gab ja ein Album von uns. Wir machten damals eine Testpressung in einer Auflage von zehn Stück. Werner Geier hat eine bekommen, der DSL ebenfalls. Den Rest haben wir für uns behalten.

Richard Dorfmeister: Man hätte das schon rausbringen können, aber es hätte nicht so gehalten wie die G-Stoned-EP. Das war das kondensierte Superding. Die anderen Tracks waren schon auch gut, aber die hätte man weiterentwickeln müssen. Aber das ist ja auch gar nicht tragisch. Man muss ja nicht immer erfüllen, was andere fordern.

Peter Kruder: Wir wollten auch ein normales Leben haben, ohne überall erkannt zu werden. So etwas ging mir wahnsinnig auf den Arsch.

Sugar B: Peter und Richard machten aus einer Sympathie des Augenblicks die G-Stoned-EP. Das ist, wie wenn ich auf jetzt auf der Gass’n geh und da steht ein Typ, der leiwand Gitarre spielt. Und ich sag: „Geh, mach ma doch was zamm!“ So ungefähr war das bei den beiden. Es war nicht geplant, dass das ein lebenslanges Projekt wird. Dass die ein gemeinsames Label starten und die Musik neu erfinden. Die machten damals einfach eine Session und pressten die auf Platte. Durch den Erfolg waren sie dann plötzlich als Einheit gebrandmarkt. Die mussten sich dann auch erst einmal finden. Deshalb gab’s dann Tosca vom Richard und Peace Orchestra vom Peter. Auch wenn sie gemeinsam auf Tour waren, legten die nie im Duett auf. Meistens spielte am Anfang der Richard, danach der Peter. Für die ganze Welt war Kruder & Dorfmeister ein Duo. Und das waren sie ja auch, allerdings ohne es wirklich zu wollen.

 

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Foto: Ernst Stratmann

 

Wien im internationalen Fokus: Der Hype mit bitterem Beigeschmack

Peter Rehberg: Ich las dann plötzlich Artikel über die Wiener Szene und dachte mir: „Moment, mit Kruder & Dorfmeister haben wir ja überhaupt nichts zu tun.“ Die wurden ja auch als Elektronik eingestuft, dabei machten die doch Lifestyle-Musik. Musik, die in Flughafen-Lounges läuft. Musik, die nicht wehtut. Viele Medien packten uns alle in dieselbe Schublade. Ich meine, wir kannten die beiden natürlich, das waren wirklich nette Typen. Aber musikalische Verbindung gab es da keine.

Peter Kruder: Wir lehnten das von Anfang an ab. Keiner wollte einen Wien-Sound, weder der Patrick Pulsinger noch wir, aber es setzte sich dann einfach so durch. Der simpelste Schluss war dann diese Kaffeehaus-Musik. Ich fand das auch vom Journalistischen her so langweilig. Dass sich da viele nicht mit der Musik beschäftigten, sondern alle in eine Schublade steckten. Das war sehr schade.

Christian Fennesz: Ich bekam den Hype um Kruder & Dorfmeister von Anfang an mit. Über diesen Hype bekam Wien plötzlich einen internationalen Stellenwert, das hat auch mir sehr geholfen. Richtig kennengelernt habe ich die beiden aber nie. 1997 waren wir am Sónar-Festival in Barcelona. Wir wohnten sogar im gleichen Hotel. Ich weiß noch, wie ich in den Lift eingestiegen bin, und da stehen Kruder & Dorfmeister. Alle drei haben wir Sonnenbrillen getragen, cool geschaut und kein Wort gesagt. Das war so deppert! Aber in den Neunzigern war man schon sehr cool.

Peter Kruder: Es gab nicht nur uns, es gab Cheap, Mego, wir waren auch bei den Cheaps ständig im Studio, man kannte sich, man wusste auch, was jeder macht. Die Universen waren aufgeteilt, aber der Umgang war immer offen und respektvoll.

Fritz Ostermayer: Als die The K&D Sessions™ von Kruder & Dorfmeister rauskam, ging uns das am Arsch vorbei wie nur was. Da waren wir viel zu radikal, als dass wir das hätten durchgehen lassen. Das war Portishead für die Ärmsten, Anbiederungen an schmierige Klischees. Der reine Gral muss verräudet und verdreckt sein, sonst gehört man den Designern, Nobelfriseuren und Rechtsanwälten. Das war Soul-Seduction-Musik und das störte mich auch an Werner Geier: In seiner großherzigen Erweiterung hatte er überhaupt kein Problem damit, dieses neureiche Gesindel halt auch zu bedienen. Das war Aufrissmusik schlechthin. Zu der kannst du flirten, pudern, alles. Ich habe das abgelehnt.

Alexander Hirschenhauser: Für mich war das eine unheimlich spannende Zeit. Da gab es fast jeden Morgen eine Überraschung, wenn man ins Büro kam. Faxe aus aller Welt mit Bestellungen, Kooperationsangeboten und Presseanfragen. Britische Magazine wie The Face schrieben, sie würden gerne mit Fotografen und einem Kamerateam kommen, um eine Reportage über die Szene in Wien zu machen. Man schaute immer, dass die an einem Montag kamen, um ihnen den Dub Club zeigen zu können. Und ihnen die wichtigsten Projekte der Szene vorzustellen: Kruder & Dorfmeister, Pulsinger & Tunakan, Uptight Records und die Sofa Surfers.

Samir Köck: Ich fand das befremdlich. Diese Wiener Elektronik war einfach Musik für Leute, die sich nicht für Musik interessieren. Das war eine Klangtapete, Hintergrundmusik. Musik, von der man als Hörer nichts will. Ich verlange von Kunst, dass sie in mir etwas verändert, und nicht, dass sie mich einschläfert. Die Wiener Elektronik war mir zu blass.

Peter Kruder: Wir hatten Glück, dass die Leute bei unseren Gigs immer sehr offen waren. Klar kam’s immer mal wieder vor, dass ein Mädel daherkam und sich Nummer sieben von unserer CD wünschte. Aber das war selten. Wir legten auch nie Downbeat-Platten auf. Ab 1995 spielten wir ausschließlich Drum’n’Bass.

Alexander Hirschenhauser: 1997 veröffentlichte das Label !K7 eine Wien-Compilation: Viennatone. Die war ganz schlecht gemacht. Die baten mich noch, ihnen Tipps für die Tracklist zu geben, was ich auch tat. Aber heraus kam eine komische Werkschau.

 

„Viele Leute hassten diesen Lounge-Sound – und gaben uns die Schuld daran!“ Richard Dorfmeister

 

Richard Dorfmeister: Es gab dann am Ende der ganzen Lounge-Szenerie eine Art Abwehr. Diese ganze Wien-Sache, da sagten viele: „Das ist totale Scheiße, totaler Sell-out.“ Diese Viennatone-Compilation war dann schon nicht mehr so gut. Viele Leute hassten diesen Lounge-Sound – und gaben uns die Schuld daran! Dabei wollten wir einfach nur gute Tracks machen und nicht so in Nischen denken.

Peter Kruder: Das große Problem war: Was wir gemacht hatten, wurde nicht als das verstanden, was es ganz am Anfang war. Für unsere Tracks nahmen wir verschiedene Einflüsse und bauten daraus etwas ganz Neues zusammen. Das wurde dann halt zu einer tausendfach kopierten Formel vereinfacht: Du nimmst ein brasilianisches Sound-Sample von da und einen Gesangsfetzen von dort. Das war das Problem. Es wäre schön gewesen, wenn die Nächsten dann ihr eigenes Ding gemacht hätten.

Klaus Waldeck: Der Trend wurde dann breitgetreten von einer Maschinerie von Trittbrettfahrern, die alle sagten: „Halt! Wir sind auch alle aus Wien.“ Egal ob die eigentlich aus dem Burgenland oder aus Linz waren. Das wurde dann so groß, dass sich der Hype am Höhepunkt selber zerstört hat.

Alexander Hirschenhauser: Dann gab’s auch bald die Vienna Scientists. Die wurden vom Kern der Szene nicht wirklich geschätzt, obwohl da schon einige gute Leute beteiligt waren. Das war ein Grenzfall. Wirklich unangenehm wurde es, als sich die großen Plattenfirmen auf das Thema stürzten und Compilations wie Eclectic Sound of Vienna machten. Die schlachteten das Ding dann aus.

Rodney Hunter: Es ist halt normal, dass es Trittbrettaktionen gibt. Das gehört zu jeder guten Bewegung. Das kann man ja auch als Qualitätsmerkmal erachten, wenn Leute etwas Ähnliches machen wollen. So gesehen war das schon eine super Sache, endlich hatte Wien auch eine gewisse Identität. Das gab’s in der Form vorher nicht. Wir waren hier ja alle nie so gut wie die Leute in Bristol. Massive Attack und so. Aber Wien hatte diesen Bristol-Ruf. Und Wien schaffte es sogar, länger auf der musikalischen Landkarte zu bleiben als Bristol selbst.

Alexander Hirschenhauser: 2001 knackte The K&D Sessions™ die Millionenmarke. Bis heute
wurden angeblich zwei Millionen Exemplare verkauft. Hype hin oder her. Was wichtiger ist: Was damals hier aufgebaut wurde, war ja nach dem Hype nicht weg. Viele Strukturen – Labels wie Vertriebe – existierten schließlich weiter. Eine nachfolgende Generation konnte darauf aufbauen. Junge Musiker, die vom Erfolg der Szene um Kruder & Dorfmeister motiviert waren. Leute, die sich dachten: „Schau, das geht auch von Wien aus. Das probieren wir auch!“

Christian Fennesz: Ich denke schon, dass der Hype um Wien der Szene guttat, weil es das Land als Musiknation international einfach wieder bekannter machte. Wenn ich mir die junge Generation anschaue: Anja Plaschg alias Soap&Skin ist eine gute Freundin von mir, und sie geht an das alles ganz anders heran. Für sie war es nie ein Problem, aus diesem Land zu kommen. Sie sieht sich sowieso als internationale Künstlerin. Für uns war das in den Achtzigern noch anders, wir waren Ostblock. Und ich denke schon: Wenn wir irgendwas erreicht haben, dann war es zumindest das, dass die neuen Generationen da viel selbstbewusster auftreten können. Und das ist gut.

 


 

Personenverzeichnis (geordnet nach Namensnennung im Text):

Peter Kruder (*1968): Startete seine Karriere als Mitglied der Hip-Hop-Crew The Moreaus, gründete 1993 mit Richard Dorfmeister das Label G-Stone und wurde im Duo mit ihm zum Downbeat-Dreamteam, ist heute als Solokünstler und DJ aktiv.

Richard Dorfmeister (*1967): Bevor er mit Peter Kruder die EP G-Stoned aufnahm, produzierte er unter dem Künstlernamen Evangelista und spielte in der Band Sin. Veröffentlichte als Tosca (Projekt mit Rupert Huber) 2013 das Album Odeon auf seinem Label G-Stone.

Rodney Hunter (*1971): Sänger bei The Moreaus, startete danach mit Werner Geier das Label Uptight, feierte Erfolg mit der Hip-Hop-Crew Aphrodelics, ist heute als Solomusiker aktiv, sein jüngstes Album Hunter Express erschien 2013.

Alexander Hirschenhauser (*1962): Gründer des Plattenladens Black Market sowie des Vertriebs und der Clubreihe Soul Seduction; heute Klubobmann der Grünen im ersten Wiener Gemeindebezirk.

Samir Köck: DJ, Musikkritiker der Zeitung Die Presse und Herausgeber themenspezifischer
Musik-Kompilationen.

Klaus Waldeck (*1966): Musiker, Labelbetreiber (Dope Noir) und Urheberrechtsanwalt.

Andy Orel (*1960): Gründer der Multimedia-Plattform Abuse Industries, Musiker (Sin), Stamm-Grafiker von Cheap und International Gigolo Records.

Sugar B alias Martin Forster (*1967): Sänger bei The Moreaus, Mitbegründer des Dub Clubs (Flex), Radiomacher (FM4), Tour-MC von Kruder & Dorfmeister.

Peter Rehberg alias Pita (*1968): In London aufgewachsener DJ, Noise-Experte, Musiker und Betreiber des Elektronik-Labels Mego/Editions Mego. Im Mai 2013 erscheint das Debütalbum seines neuen Projekts Shampoo Boy (Licht).

Christian Fennesz (*1962): In den frühen neunziger Jahren Gitarrist des Postrock-Trios Maische, mit seinen Alben Hotel Parallel und Endless Summer (beide Mego Records) avancierte er zu einem der wichtigsten Elektronik-Musikern der Gegenwart.

Fritz Ostermayer (*1956): Der Musiker (Viele Bunte Autos, Der Scheitel) war gemeinsam mit Werner Geier Chefredakteur der Jugendkultur-Radiosendung Ö3-Musicbox; heute FM4-Feuilletonist und Leiter der Schule für Dichtung.

 


 

Drei Klassiker von Kruder & Dorfmeister

 

G-StonedG-Stoned (G-Stone, 1993)

Eine schicksalshafte Begegnung Anfang der Neunziger: Peter Kruder verlässt den Friseurladen, in dem er bis dahin mit Patrick Pulsinger und Rodney Hunter arbeitete, um sich aufs Musikmachen zu konzentrieren – und trifft dabei Richard Dorfmeister, damals als Querflötist von Pulsinger & Tunakans erster Platte (als B.Low) szenebekannt. Die beiden produzieren ein 4-Track-Demo, das sie ihrem späterem Vertriebspartner Alexander Hirschenhauser zustecken. Der erinnert sich: „Ich legte die Kassette ein und traute meinen Ohren nicht. Das hatte Groove, das klang deep und bekifft, da steckten Elemente aus Dub und Hip-Hop drin. Ich rief ich die Beiden an und sagte: ‚Leute, das muss unbedingt auf Platte kommen!‘“ Gesagt, getan.

 

The K&D Sessions™The K&D Sessions™ (!K7, 1998)

Eine Compilation als Antwort für alle Kritiker, die dem Duo vorwerfen, sein Erfolg basiere auf lediglich einer EP. Auf der The K&D Sessions™ versammeln die beiden 18 Remixe der ersten fünf Jahre für Künstler wie Depeche Mode, Roni Size oder Sofa Surfers. Das Doppelalbum verkauft sich über zwei Millionen mal – und macht Kruder & Dorfmeister zum wichtigsten österreichischen Export-Artikel seit Arnie, so das Time Out-Magazin. Das ikonische Cover entsteht zufällig: K&D-Intimus Oliver Kartak ist mit seiner Lomo-Kamera beim Cover-Foto-Shooting dabei, um dieses spaßeshalber zu dokumentieren. Am Ende gefallen dessen Aufnahmen den beiden besser als die professionellen Fotos – weil sie atmosphärischer und rauer sind und damit den Tracks besser entsprechen.

 

The G-Stone BookThe G-Stone Book (G-Stone, 2000)

Für jeden, der es 2000 noch nicht begriffen hatte: Kruder & Dorfmeister sind Superstars. Superstars der coolsten Sorte. Diesen Nachgeschmack hinterlässt das 339 Seiten starke Buch in CD-Größe, gefüllt mit Polaroids aus dem DJ-Lotterleben der beiden. Das stilvolle Werk – und die einhergehenden Merch-Artikel von Bademantel bis Schneekugel – verdeutlichen: G-Stone ist mehr als ein Label, es ist Lifestyle. Auf der beiliegenden Label-Werkschau gibt’s keine neuen K&D-Tracks zu hören, das Warten geht weiter. Wurde das Buch damals als Label-Zwischenbilanz verkauft, kann es heute rückblickend als Resümee gelesen werden. Als Resümee über die sechs Jahre, in in denen Kruder & Dorfmeister echte Superstars waren.