Nach den Parlamentswahlen am Wochenende herrscht in Serbiens Nachtleben und Festivallandschaft Ausnahmezustand. Die von Studierenden getragene Oppositionsliste hat sich mit absoluter Mehrheit durchgesetzt und die rechtsnationalistische SNS (Srpska Napredna Stranka) nach Jahren abgelöst. Begonnen hatte alles im November 2024 nach dem tragischen Dacheinsturz am Bahnhof in Novi Sad: Aus Trauer über das Unglück und Frust über Korruption wurde eine landesweite Welle des Widerstands, der sich auch die Sub- und Jugendkultur angeschlossen hat.
Für die lokale Szene ist das Wahlergebnis eine riesige Befreiung. Bekannte Akteure wie das EXIT Festival oder Clubs wie das Belgrader Drugstore und Karmakoma hatten sich schon während der Demos öffentlich hinter die Studierenden und gegen die nationalkonservative Regierungspartei gestellt. Der Sieg der „Studentenliste” wurde entsprechend gefeiert: Nach der Auszählung machten Tausende die Straßen in Belgrad und Novi Sad spontan zum Open-Air-Dancefloor, während der Belgrader Club Drugstore das Geschehen in seinen Stories kurzerhand „Raveland” taufte.
Unter dem Slogan „Freedom is back” hofft die serbische Szene jetzt auf einen echten Neuanfang. Nach jahrelangen Schikanen, bürokratischen Hürden und politischem Druck verlangen die Veranstalter und Kollektive wieder echte Freiräume zum Feiern und Arbeiten. Ein Blick in die Vergangenheit lohnt sich übrigens: 2019 hat uns Tijana T. ihre Heimatstadt Belgrad vorgestellt.







