Das Casa Kuà in der Kreuzberger Naunynstraße ist weit über Berlin hinaus als ein zentraler, sicherer Zufluchtsort bekannt. Das trans-, inter-, und queere Gesundheits- und Kulturzentrum bietet Community-Räume, Bildungs- und Beratungsangebote und wurde erst kürzlich beim Berliner Tag der Clubkultur für seine Arbeit ausgezeichnet.
Am Sonntagabend stürmten Dutzende Einsatzkräfte des Landeskriminalamts die Räume des Kollektivs. Auslöser war offenbar der Verdacht auf einen Verstoß gegen das Arzneimittelgesetz im Zusammenhang mit einem angekündigten Workshop, bei dem trans Personen sich darüber austauschen wollten, wie sie online, unter anderem über die Nutzung von Kryptowährungen, sicher an feminisierende Hormonpräparate kommen. Bei dem Polizeieinsatz wurden die Personalien von fast zwei Dutzend Anwesenden aufgenommen.
Die Reaktion auf die Razzia ließ nicht lange auf sich warten. Noch am Abend versammelten sich rund 130 Menschen spontan zu einer lautstarken Solidaritätsbekundung vor Ort, bei der es zu Reibereien mit der Polizei kam. Auch Berlins Queerbeauftragter Alfonso Pantisano und diverse Verbände kritisierten den Einsatz scharf, sprachen von einem fatalen Signal und forderten lückenlose Aufklärung über das Vorgehen gegen den geschützten queeren Ort.
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