Der legendäre Knaack-Klub im Prenzlauer Berg in Berlin sollte bis Ende 2030 wiederauferstehen – ein Ziel, das nun auf Eis gelegt werden musste. Das geht aus der Antwort des Bezirks Pankow auf eine schriftliche Anfrage des CDU-Abgeordneten Stephan Lenz im Abgeordnetenhaus hervor. Auslöser ist ein von den Knaack-Klub-Betreibern beantragter Bauvorbescheid, über den negativ beschieden wurde. Eine Prognose für die Wiedereröffnung des Knaack-Klubs ist damit nicht möglich, da die grundlegende baurechtliche Perspektive fehlt. Warum der Bescheid nicht erteilt werden konnte, ist allerdings unbekannt.
Die Verhandlungen seien zu 80 Prozent abgeschlossen, hatte Hauptgesellschafter Udo Petter noch Mitte August gegenüber rbb24 berichtet. Weitere Hindernisse ergaben sich durch Planungen von Fluchtwegen, die Sicherung eines verbindlichen Verkehrskonzepts und die Kollision mit der Planung des Sportparks, die bis 2028 Platz für 20.000 Besucher:innen bieten soll. Ein weiteres Problem sind Anwohnende, die sich vom neuen Club gestört fühlen könnten. Petter bezeichnet das geplante Kulturhaus als „Diamant”, der das Viertel bereichern werde und nannte im verlinkten Beitrag Ende 2030 als Ziel für die Wiedereröffnung – genau 20 Jahre nach der Schließung des Clubs in der Knaakstraße. Neben Petter ist auch Thilo Goos, Gründer des Technikverleihs Black Box Music, Teil des Projekts.
Im Zuge der Wiedereröffnung des Knaack-Klubs sollte auf landeseigener Fläche an der Eberswalder Straße am Mauerpark ein mehrstöckiges Kulturhaus mit einem Konzertsaal für rund 1.000 Personen entstehen. Dazu gehört eine Diskothek, Proberäume, Studios, Ateliers, Büros und Gastronomie. Architekt:innen kalkulierten mit mindestens acht Millionen Euro Kosten für das Vorhaben, das der Bezirk als wichtigen Beitrag zur kulturellen und sozialen Vielfalt im Viertel sieht – Werte, für das der Knaack-Klub laut Petter schon immer gestanden habe.
Die Odyssee des Knaack-Klubs begann bereits im Jahr 2010. Nach Lärmbeschwerden musste der Veranstaltungsort seine Türen erstmalig schließen. Pankow erteilte 2019 für den Neubau am Mauerpark einen positiven Bauvorbescheid. Ein anschließender Konflikt zwischen dem Bezirk und den Berliner Verkehrsbetrieben (BVG) über eine Behinderung des Straßenbahnbetriebs wurde Ende 2022 beigelegt.
Anfang 2025 eröffnete sich eine neue Perspektive: Das Bezirksamt beschloss, die Planung gemeinsam mit den Bauherren anzugehen. Im Zuge eines Treffens sollten ein Bauantrag vorbereitet und Verhandlungen über das Erbbaurecht abgeschlossen werden. Im Rahmen einer Informationsveranstaltung äußerte die Nachbarschaft gegenüber den Betreibern Sorgen bezüglich der Lärmbelästigung. In der Folge sieht das Baukonzept vor, den Haupteingang des Neubaus zur Parkseite auszurichten und eine moderne Bauweise zum Lärmschutz zu vollziehen.
Die Betreiber rechnen inzwischen frühestens Mitte 2027 mit dem Baustart.
Der Knaack-Klub öffnete erstmals 1952 seine Türen in der Greifswalder Straße in Ostberlin, damals als Treffpunkt für Jugendliche. Später etablierte sich der Ort zu einer wichtigen Anlaufstelle der Berliner Musikszene. Nach dem Mauerfall sind dort Bands wie Die Toten Hosen oder Die Ärzte aufgetreten. Rammstein hatte in dem Gebäude Verwaltungsräume und nutzten den Club als Proberaum. Benannt ist der Club nach dem 1944 von den Nazis ermordeten Widerstandskämpfer Ernst Knaack.







