Knaack: Entwicklung des Berliner Kulturhauses verzögert sich

Die Entwicklung des neuen Knaack im Mauerpark im Prenzlauer Berg in Berlin verzögert sich aufgrund von Uneinigkeiten zwischen Bezirksamt und der Knaack Kulturhaus GbR. Grund dafür sind die seit 2014 andauernden Verhandlungen um den Erbbaurechtsvertrag, insbesondere geht es um das Nutzungskonzept des neuen Clubs.

Eigentlich soll der Standort 2028 eröffnen, das Nutzungskonzept der Knaack Kulturhaus GbR ist allerdings noch nicht vollständig, genau wie die neue Gesellschaft, mit der der Erbbaurechtsvertrag geschlossen werden könnte. Man habe sich zwar auf eine Laufzeit von 65 Jahren geeinigt, wesentliche Bedingungen des Erbbaurechts seien aber noch nicht geklärt, erklärt Pankows Bezirksstadtrat für Schule, Sport und Facility Management, Jörn Pasternack von der CDU, gegenüber dem Tagesspiegel.

„Das Bezirksamt misst der kulturellen Nutzung des Standortes hohe Bedeutung bei”, ergänzt er gegenüber GROOVE. „Dementsprechend sieht der zu schließende Erbbaurechtsvertrag – gemäß den Vorgaben des Mustererbbaurechtsvertrages der Senatsverwaltung für Finanzen – eine strikte Nutzungsbindung an das vereinbarte kulturelle Nutzungskonzept vor. Eine Änderung des Nutzungskonzeptes bedarf der vorherigen Zustimmung des Grundstückseigentümers. Sollte die Nutzung ohne die Zustimmung des Grundstückseigentümers geändert werden, so sieht der Vertrag entsprechende Sanktionsklauseln bis hin zum Heimfall des Erbbaurechts vor.”

Wegen der langen Verhandlungen ist zuvor auch der Bauvorbescheid für das Projekt nach mehrmaliger Verlängerung ausgelaufen. Der neu beantragte Bescheid hatte die Bedingungen des Stadtplanungsamtes nicht mehr erfüllt, so die GbR im oben verlinkten Beitrag. Ob sich der Eröffnungszeitpunkt folglich weiter nach hinten verschiebt, ist deswegen noch unklar. Das Bezirksamt Pankow will offenbar keine falschen Versprechungen machen.

Der Neubau des Clubs, der zwischen 1952 und 2010 existierte, ist als dreistöckiges Großprojekt an der Eberswalder und Bernauer Straße geplant. Die Räumlichkeiten sollen sowohl einen Konzertsaal, eine Diskothek, einen Kinosaal und eine Gastronomie mit Kapazität für insgesamt 1000 Besuchende und einer Nutzfläche von 1800 Quadratmetern umfassen.

Das geplante Konzept sieht man besonders wegen der geplanten Dachterasse beim Bezirksamt zum Teil kritisch. Auf der anderen Straßenseite befindet sich ein Wohngebiet, weshalb die Veranstalter:innen nachweisen müssen, dass die Lärmbelästigung begrenzt ist.

Benachbarte Clubs fürchten Verdrängung und eine Verschärfung der Lärmschutzauflagen, berichtet der Tagesspiegel weiter. Projektentwickler Udo Petter steht als einer der drei Hauptgesellschafter hinter dem Projekt und verspricht maximale Schalldämmung. Neben Petter ist auch Thilo Goos, Gründer des Technikverleihs Black Box Music, Teil des Projekts.

Das Knaack war seit 1952 ein ehemaliges DDR-Jugendzentrum und zentraler Treffpunkt für Konzertkultur und Subkultur in Berlin. Durch Klagen von Anwohner:innen und fehlende städtebauliche Lärmschutzmaßnahmen in den benachbarten Neubauten wurde der Betrieb zunehmend beschränkt. Die letzte Veranstaltung fand an Silvester 2010 statt, und der Club wurde zum Symbol für das Berliner Clubsterben. Als Indie-lastige Venue hat der Club Künstler:innen wie den Toten Hosen oder Ärzten eine Bühne geboten, machte sich aber auch mit der Dizzy Lounge einen Namen.

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