Peter Wacha, Konzessionsinhaber der Roten Sonne in München, ist vom Amtsgericht München zu einer Geldstrafe von 15.000 Euro verurteilt worden – wegen fahrlässiger Duldung von Drogenkonsum und -handel in seinem Club.
Dem Urteil war eine Razzia im vergangenen Sommer vorausgegangen. Rund 100 Beamt:innen des USK und der Drogenfahndung durchsuchten den Club. Die Polizei fand bei 22 der 101 anwesenden Gäste Betäubungsmittel, außerdem eine Feinwaage mit Drogenanhaftungen hinter dem Tresen sowie Tresore mit präparierten Behältern im Technikraum. Laut Anklage soll es zudem einen abgeschlossenen Aufenthaltsraum im Personalbereich gegeben haben, den Gäste sichtlich berauscht wieder verließen.
Wacha selbst war zum Zeitpunkt der Razzia nicht im Club anwesend und sei „schockiert” gewesen, als er einige Stunden später im Club eintraf, berichtet ein Rauschgiftfahnder vor Gericht. „Er konnte nicht glauben, was da in seinem Club passiert.” DNA-Spuren Wachas fanden sich weder an den Tresoren noch an anderen belasteten Gegenständen. Die Staatsanwaltschaft argumentierte dennoch, dass er als Konzessionsinhaber seiner Aufsichtspflicht nicht ausreichend nachgekommen sei – unter anderem weil ein 2023 mit der Polizei vereinbartes Betreibergespräch offenbar folgenlos blieb und ein verdeckter Ermittler Anfang 2025 feststellte, dass sich am Drogenkonsum im Club „nicht viel verändert hatte”.
Staatsanwalt Jakob Schmidkonz bezeichnete das Urteil gegenüber der Süddeutschen Zeitung als richtungsweisend: Es dürfte „Modellcharakter in der Münchner Clubszene” haben. Wachas Verteidiger Mathes Breuer verwies darauf, dass sein Mandant nach der Razzia zwei Mitarbeiter entlassen und Kontrollmaßnahmen verschärft habe. Wacha kann gegen das Urteil in Berufung gehen.
Der Fall reiht sich ein in eine Serie behördlicher Zugriffe auf bayerische Clubs im Zusammenhang mit Drogendelikten ein, etwa die Razzien in der Nürnberger Rakete oder im Augsburger City Club. Offenbar will die bayerische Polizei die Betreibenden stärker als bisher in die Pflicht nehmen.
Wacha, besser bekannt als DJ Upstart, zählt seit den frühen Achtzigern zu den prägenden Figuren der Münchner Musiklandschaft. 1982 eröffnete er mit Optimal einen der ältesten unabhängigen Plattenläden Europas, der bis heute existiert. Es folgten mehrere einflussreiche Labels – Sub Up Records (1985) und Disko B (1991, zeitweilig mit DJ Hell als A&R) und Chicks On Speed Records. Mitte der Neunziger war er Mitgründer des Technoclubs Ultraschall, aus dem 2005 schließlich die Rote Sonne hervorging, die er seither betreibt. 2016 wurde er für sein Booking mit dem Munich Nightlife Award ausgezeichnet.







