burger
burger
burger

Roi Perez: Londoner Festival sagt Auftritt von israelischem DJ ab

Der israelische DJ Roi Perez darf nicht im Rahmen des Festivals Origins in London auftreten. Das Festival sagte seinen Gig im Club FOLD ab, nachdem ein Blogpost einer pro-palästinensischen Aktivist:innengruppe erschienen war. Darin wird Perez unter anderem als „zentrale Figur des israelischen Nachtlebens” betitelt und dafür kritisiert, Israel zu „normalisieren”.

Perez sei „ein DJ, der mit seiner vorgeblich tapferen Von-der-Provinz-in-die-Metropole-Siedler-Geschichte und seiner Aneignung von schwarzer House Music das koloniale Narrativ eines wohlwollenden, queerfreundlichen, liberalen Zionismus chiffriere”, heißt es in dem Blogbeitrag weiter. Außerdem untergrabe er aktiv Boykott-Bestrebungen.

Roi Perez kam in Aschkelon zur Welt und wuchs unweit der Grenze zu Gaza auf. 2013 zog er nach Berlin und wurde als DJ bekannt. Perez ist Mitgründer der Partyreihe LAUNDRETTE, die 2021 ins Leben gerufen wurde und inzwischen regelmäßig in der Panorama Bar stattfindet, wo er seit Jahren eine Residency innehat.

In einem Beitrag forderte das Instagram-Kollektiv Ravers for Palestine Origins auf, den Auftritt abzusagen. Die Gruppe kritisierte, dass Perez Boykotte der Community untergrabe, Tel Avivs Nachtleben einen glamourösen Anstrich gebe und queere sowie subkulturelle Räume kooptiere. Auch eine Ausgabe von LAUNDRETTE im November 2023, deren Erlöse für israelische sowie palästinensische Zwecke genutzt werden sollten, verkörpere das „eliminatorische Projekt des liberalen Zionismus”.

Ravers for Palestine forderten zudem, dass Perez und die anderen LAUNDRETTE-DJs ihre Siedler-Staatsbürgerschaft öffentlich ablegen, kommerzielle Beziehungen zur Besatzung abbrechen, sich für ihre Rolle bei der Normalisierung Israels entschuldigen, Wiedergutmachungsmaßnahmen in Absprache mit palästinensischen Akteur:innen treffen und bestehende Boykotte gegen Clubs wie Berghain, HÖR und KKR-betriebene Venues respektieren, um die palästinensische Befreiung materiell zu unterstützen.

Origins erklärte in einem inzwischen gelöschten und auf reddit archivierten Instagram-Beitrag, dass die Absage nach intensiven Gesprächen erfolgt sei. Das Kollektiv betont seine klare Solidarität mit der palästinensischen Befreiung und die Absicht, keine Maßnahmen ergreifen zu wollen, die diese untergraben oder den israelischen Siedlerkolonialismus normalisieren. Es dankt dem FOLD für die Unterstützung sowie der Community für kritische Rückmeldungen und betont, dass Solidarität mehr als Worte bedeute: „Es gehe um Dialog, Lernen, Reflexion und die Sicherstellung, dass sich diese Werte in den Räumen und Partys, die wir veranstalten, wiederspiegeln”, heißt es von Festivalseite.

In den sozialen Netzwerken spalten sich die Meinungen. Während einige die Kritik von Ravers for Palestine unterstützen, sehen andere diese als ungerechtfertigt an und solidarisieren sich mit Perez.

News

Weiterlesen

Gerichtsmedizinerin zur Drogenüberdosis im Londoner FOLD: Sanitäter riefen Rettungskräfte zu spät 

Haaris Bhatti war im Juli 2025 in dem Club zusammengebrochen, die Sanitäter warteten aber über eine Stunde, bis sie den Notdienst alarmierten.

Gerichtsmedizinerin zur Drogenüberdosis im Londoner FOLD: Sanitäter riefen Rettungskräfte zu spät 

Haaris Bhatti war im Juli 2025 in dem Club zusammengebrochen, die Sanitäter warteten aber über eine Stunde, bis sie den Notdienst alarmierten.

City Club Augsburg: Debatte über Sinn und Unsinn des Polizeieinsatzes

Politiker:innen, Polizei und Stadtgesellschaft streiten darüber, ob die überschaubare Menge an Drogen die Gewalt des Einsatzes rechtfertigt.

Ricardo Villalobos: Compilation mit Sun-Ra-Bearbeitungen angekündigt

Underground Resistance, Chez Damier, Calibre, A Guy Called Gerald und She Spells Doom gehören zu den Künstler:innen, die die Musik von Sun Ra zu eigenen Tracks verarbeiten.

Tresor: Line-up zum 35. Geburtstag angekündigt

Am Jahrestag des altehrwürdigen Berliner Clubs treten unter anderem Fumiya Tanaka, Sarah Sommers und UFO95 auf.

Epstein Files: Entertainmentmogul Casey Wasserman unter Druck

Musikerin Billie Eilish hatte die Agentur bereits 2024 verlassen – ziehen andere Acts wie Ben UFO, Charlotte de Witte, KI/KI oder Skrillex jetzt nach?

Discothek Haase in Bremervörde: Mindestens 38 Besucher:innen durch Reizgas-Attacke verletzt

Acht Personen wurden in Krankenhäuser gebracht. Ein Tatverdächtiger ist nicht bekannt, die Polizei ermittelt weiterhin in alle Richtungen.

Pratersauna: Wiener Club von Unbekannten verwüstet

Schon in den letzten Monaten kam es zu Verwerfungen rund um die Pratersauna. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Sachbeschädigung.

Native Instruments: CEO Nick Williams reagiert auf Insolvenzankündigung

Vor etwa einer Woche wurde bekannt, dass sich Native Instruments in wirtschaftlicher Schieflage befindet. Nun reagiert das Unternehmen.

Grauzone: Kasseler Technoclub schließt

Das Karnak oder das A.R.M.: Viele Clubs und Bars in Kassel mussten aufgeben. Nun hat auch die Grauzone die Türen geschlossen.

City Club Augsburg: Debatte über Sinn und Unsinn des Polizeieinsatzes

Politiker:innen, Polizei und Stadtgesellschaft streiten darüber, ob die überschaubare Menge an Drogen die Gewalt des Einsatzes rechtfertigt.

Ricardo Villalobos: Compilation mit Sun-Ra-Bearbeitungen angekündigt

Underground Resistance, Chez Damier, Calibre, A Guy Called Gerald und She Spells Doom gehören zu den Künstler:innen, die die Musik von Sun Ra zu eigenen Tracks verarbeiten.
Sarah Sommers (Foto: Yuriy Marmeladov)

Tresor: Line-up zum 35. Geburtstag angekündigt

Am Jahrestag des altehrwürdigen Berliner Clubs treten unter anderem Fumiya Tanaka, Sarah Sommers und UFO95 auf.
Casey Wasserman, hier zu sehen in seiner Funktion als Vorsitzender der Sommerolympiade 2028 am 5. August 2025 (Foto: Joyce N. Boghosian/White House)

Epstein Files: Entertainmentmogul Casey Wasserman unter Druck

Musikerin Billie Eilish hatte die Agentur bereits 2024 verlassen – ziehen andere Acts wie Ben UFO, Charlotte de Witte, KI/KI oder Skrillex jetzt nach?
Die Discothek Haase in Bremervörde (Foto: Instagram/discothek_haase_bremervoerde)

Discothek Haase in Bremervörde: Mindestens 38 Besucher:innen durch Reizgas-Attacke verletzt

Acht Personen wurden in Krankenhäuser gebracht. Ein Tatverdächtiger ist nicht bekannt, die Polizei ermittelt weiterhin in alle Richtungen.
Der verwüstete Aussenbereich der Pratersauna (Foto: Christoph Benkeser)

Pratersauna: Wiener Club von Unbekannten verwüstet

Schon in den letzten Monaten kam es zu Verwerfungen rund um die Pratersauna. Jetzt ermittelt die Polizei wegen Sachbeschädigung.

Native Instruments: CEO Nick Williams reagiert auf Insolvenzankündigung

Vor etwa einer Woche wurde bekannt, dass sich Native Instruments in wirtschaftlicher Schieflage befindet. Nun reagiert das Unternehmen.

Grauzone: Kasseler Technoclub schließt

Das Karnak oder das A.R.M.: Viele Clubs und Bars in Kassel mussten aufgeben. Nun hat auch die Grauzone die Türen geschlossen.