Gerichtsmedizinerin zur Drogenüberdosis im Londoner FOLD: Sanitäter riefen Rettungskräfte zu spät 

Im Underground-Club FOLD war am 19. Juli 2025 der 23-jährige Haaris Bhatti an einer Überdosis verstorben. Nun wirft die Gerichtsmedizinerin dem Londoner Club vor, zu lange mit der Aktivierung der Rettungskräfte gewartet zu haben. 

Der jüngst veröffentlichte Bericht von Mary Hassell rollt den drogenbedingten Todesfall von Haaris Bhatti nun gerichtsmedizinisch auf. Bhatti hatte den Club um 1:20 betreten, nachdem er Drogen oral eingenommen hatte, im Club zog er weitere Substanzen – die Angaben zu den konkreten Stoffen sind allerdings geschwärzt.

Mitarbeitende des Clubs fanden ihn gegen etwa 4:45 Uhr in schwer angeschlagenem Zustand und brachten ihn in einem Rollstuhl in einen Aufenthaltsraum des Clubs. Bhatti war stark erhitzt, hatte einen gefährlich schnellen Herzschlag, extrem hohen Blutdruck und befand sich in einem psychotischen Zustand, urteilte damals der Sanitäter des Clubs. Dennoch wurden erst um 5:57 die Rettungskräfte eingeschaltet, also über eine Stunde später.

Die Gerichtsmedizinerin übt nun Kritik an diesem Vorgehen. „Die verspätete Alarmierung des Notdienstes verminderte die Überlebenschancen von Haaris Bhatti erheblich“, stellt Hassell fest und verweist auf fehlende Schulungen und unzureichende Notfallprotokolle. „Die Mitarbeitenden stimmten bei der gerichtlichen Untersuchung mit der Einschätzung überein: Sie hätten sofort einen Krankenwagen rufen müssen”, heißt es weiter.

Der Bericht wurde an die Betreiber des Clubs übermittelt. Diese sind verpflichtet, bis zum 25. März 2026 zu reagieren und konkrete Schritte einzuleiten.„Die Antwort muss Angaben zu bereits ergriffenen oder geplanten Maßnahmen enthalten und einen Zeitplan für deren Umsetzung benennen“, heißt es in dem Schreiben.

„Während dieses traurigen Prozesses hat FOLD immer mit größter Sorgfalt und Sensibilität gehandelt und bei jeder Gelegenheit verantwortungsvoll und professionell agiert”, gibt der Club gegenüber Mixmag zu Protokoll. „Zusätzlich zu neuen Abläufen, die bereits umgesetzt wurden, werden wir unsere komplette Reaktion auf den Bericht zu gegebener Zeit ausführlich darlegen.”

News

Weiterlesen

Boards of Canada: Duo veröffentlicht erstmals seit 13 Jahren Musik

Nach einer großangelegten, kryptischen Promo-Kampagne veröffentlichen Boards of Canada die Single „Tape 05”.

Boards of Canada: Duo veröffentlicht erstmals seit 13 Jahren Musik

Nach einer großangelegten, kryptischen Promo-Kampagne veröffentlichen Boards of Canada die Single „Tape 05”.

Historisches Urteil: Live Nation und Ticketmaster bilden illegales Monopol

Der Ticketgigant hat seine Monopolstellung missbraucht. Die Schadenersatzsumme dürfte sich nun auf Hunderte Millionen US-Dollar belaufen.

Massive Attack: Trip-Hop-Pioniere veröffentlichen erstmals seit zehn Jahren Musik

Zusammen mit dem US-amerikanischen Sänger Tom Waits haben Massive Attack die politisch aufgeladene Single „Boots on the Ground” produziert.

Kraftwerk gegen Moses Pelham: Producer setzt sich im Copyright-Streit erneut durch

Mit dem Urteil stellt sich der Europäische Gerichtshof hinter die Praxis des Samplings, die in der elektronischen Musik wie im Hip-Hop gängig ist.

Lachgas und GHB: Bundesregierung verschärft Gesetze zum Erwerb

Ein neues Gesetz verbietet die Abgabe von Lachgas an Personen unter 18 Jahren – auch der Erwerb von GBL und BDO wird eingeschränkt.

SOPHIE: Fans veröffentlichen Online-Archiv

WHOLENEW.WORLD dokumentiert das musikalische Erbe der verstorbenen Hyperpop-Künstlerin ab den frühen Zehnerjahren.

The Prodigy: Britischer Rave-Act bestätigt Deutschland-Gigs

Nach dem Tod von Keith Flint 2019 war unklar, wie es mit der Band weitergehen sollte. Nun kündigen sie eine große Europatour an.

Afrika Bambaataa: Electro-Miterfinder und Wegbereiter der elektronischen Tanzmusik verstorben

Afrika Bambaataa wurde zur ambivalenten Figur, nachdem ihm zahllose Männer und Kinder sexuelle Übergriffe vorwarfen. Nun ist er verstorben.

Südengland: Kritik an Polizei nach Rave-Auflösung

Knapp 2.000 Raver:innen hatten friedlich gefeiert. Als die Polizei erschien, eskalierte die Situation stark.
Der Live-Nation-Standort in Beverly Hills in Kalifornien (Foto: Dan Jacobs/ Live Nation)

Historisches Urteil: Live Nation und Ticketmaster bilden illegales Monopol

Der Ticketgigant hat seine Monopolstellung missbraucht. Die Schadenersatzsumme dürfte sich nun auf Hunderte Millionen US-Dollar belaufen.

Massive Attack: Trip-Hop-Pioniere veröffentlichen erstmals seit zehn Jahren Musik

Zusammen mit dem US-amerikanischen Sänger Tom Waits haben Massive Attack die politisch aufgeladene Single „Boots on the Ground” produziert.
Der Produzent und Rapper Moses Pelham (Foto: Katja Kuhl)

Kraftwerk gegen Moses Pelham: Producer setzt sich im Copyright-Streit erneut durch

Mit dem Urteil stellt sich der Europäische Gerichtshof hinter die Praxis des Samplings, die in der elektronischen Musik wie im Hip-Hop gängig ist.
Lachgas-Kartuschen (Foto: Gemeinde Nauheim)

Lachgas und GHB: Bundesregierung verschärft Gesetze zum Erwerb

Ein neues Gesetz verbietet die Abgabe von Lachgas an Personen unter 18 Jahren – auch der Erwerb von GBL und BDO wird eingeschränkt.
SOPHIE by Press

SOPHIE: Fans veröffentlichen Online-Archiv

WHOLENEW.WORLD dokumentiert das musikalische Erbe der verstorbenen Hyperpop-Künstlerin ab den frühen Zehnerjahren.
Die Band bei einem ihrer explosiven Auftritte (Foto: The Prodigy)

The Prodigy: Britischer Rave-Act bestätigt Deutschland-Gigs

Nach dem Tod von Keith Flint 2019 war unklar, wie es mit der Band weitergehen sollte. Nun kündigen sie eine große Europatour an.

Afrika Bambaataa: Electro-Miterfinder und Wegbereiter der elektronischen Tanzmusik verstorben

Afrika Bambaataa wurde zur ambivalenten Figur, nachdem ihm zahllose Männer und Kinder sexuelle Übergriffe vorwarfen. Nun ist er verstorben.
Einsatzkräfte gehen gegen Feiernde vor (Foto: dorset_police/Instagram)

Südengland: Kritik an Polizei nach Rave-Auflösung

Knapp 2.000 Raver:innen hatten friedlich gefeiert. Als die Polizei erschien, eskalierte die Situation stark.