Beim umstrittenen Polizeieinsatz im City Club in Augsburg wurden 170 Gramm Drogen gefunden, unter anderem Kokain, LSD, Ketamin, GHB und Amphetamin, berichten die Ermittler:innen gegenüber dem Bayerischen Rundfunk. Die Drogen wurden auch in Bereichen sichergestellt, die den Gästen nicht zugänglich waren. In einer Bar wurde eine Feinwaage gefunden. Auf dem Boden des Clubs seien etwa 50 weggeworfene Päckchen mit diversen Drogen eingesammelt worden.
Im City Club soll es dabei einen besonderen Ort gegeben haben, um Drogen zu konsumieren: „Eine von der Decke hängende Stahl-Kapsel, erreichbar nur über eine Leiter, ‚Konsum-Ufo’ genannt”, berichteten Ermittler dem BR. Den Zugang dazu habe „der Club aber im Dezember 2025 abgebaut und das Ufo geschlossen”, sagt Martina Sulzberger, Anwältin des City-Club-Geschäftsführers, dazu.
Einer der Gründe für die Razzia war für die Ermittler der angeblich offene und beständige Drogenkonsum im Club. Mehrere Male sei zum Teil „direkt von der Theke Kokain geschnupft” worden, heißt es in dem BR-Bericht. Weil man solche Situationen besonders bei Day-Raves beobachtet habe, sei der Zugriff bei einer solchen Veranstaltung erfolgt.
Nach Sulzbergers Angaben ist das allerdings falsch: „Das widerspricht ihrem [also der Polizei, d.Red.] eigenen Ermittlungsergebnis aus der mir vorliegenden Akte. Es gab über den gesamten Zeitraum von über einem Jahr nur eine einzige Beobachtung bei einem Aufklärungseinsatz, als ein Gast Kokain von dem Garderobentresen konsumiert haben soll. Wäre dies meinem Mandanten oder Mitarbeitern aufgefallen, wäre der Gast sofort aus dem Club geschmissen worden”, so die Anwältin gegenüber dem BR.

Die gefundene Menge ist aus Sicht der Ermittler „außergewöhnlich viel, zumal in einer öffentlichen Gaststätte inmitten der Stadt, wo untertags auch Jugendliche verkehren”, zitiert der BR die Ermittler weiter. Eine Streetworkerin schätzt die Menge gegenüber dem BR aber klar als Eigenbedarf ein. So sieht das auch Sulzberger.
Dennoch hat die Polizei 63 Ermittlungsverfahren eingeleitet. In 21 Fällen seien der Polizei der Verdächtige bekannt, in den restlichen 42 Fällen werde noch ermittelt. Auch gegen zwei Teilnehmer der spontanen Demonstration während des Polizeieinsatzes wird ermittelt.
Die Polizei äußert sich auch zur vehementen Kritik am Einsatz. Eine Besucherin habe den Pulli hochziehen müssen, ihrer Freundin sei mit einer Taschenlampe in Anus und Vagina geleuchtet worden, weiß der BR. „Ich hatte Angst”, gibt die junge Frau zu Protokoll.
„Die Unterwäsche ist einfach oft ein Drogenversteck”, gibt dazu Vize-Polizeipräsident Michael Riederer zu bedenken. Man nehme die Beschwerden ernst und gehe ihnen nach – besonders Berichten einer Besucherin, die von mehreren Beamten gewaltsam auf dem Boden gedrückt worden sei, sodass ihr Kopf aufgeschlagen sei. Die Zerstörung von Club-Infrastruktur erklärt man mit dem Überraschungseffekt, den man habe erzielen wollen.

Ebenfalls äußerte sich Oberbürgermeisterin Eva Weber (CSU) zum Polizeieinsatz im City Club. Als sie bei der Roy-Verleihung sagte, dass sie bei der Aufklärung auf den Rechtsstaat vertraue, gab es höhnisches Gelächter von Anwesenden aus der Club- und Kulturszene, weiß die Augsburger Allgemeine.
„Auch mich haben diese Bilder überrascht. Niemand wünscht sich solche Bilder in seiner Stadt. Auch ich nicht”, zitiert die AA Weber in einem weiteren Beitrag. Augsburg stehe zwar für Vielfalt, Kultur und Freiräume, Freiräume seien aber keine rechtsfreien Räume. Die Gesetze gelten für alle Seiten gleichermaßen, insofern sei „die rechtliche Bewertung und Einordnung Aufgabe der Gerichte”.
Der Club hat mittlerweile Beschwerde eingelegt und eine Crowdfunding-Aktion aufgesetzt, Abgeordnete von SPD und Grünen haben im Landtag Anfragen gestellt. Mit Bürgermeisterin Martina Wild und Kulturreferent Jürgen Enninger (Grüne) thematisieren auch Mitglieder der Stadtregierung die Verhältnismäßigkeit des Polizeieinsatzes.
Zu unserem Interview zum Einsatz mit einem Mitglied des City-Club-Kollektivs kommt ihr hier.







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