Wie schlecht geht es deutschen Clubs und Festivals wirklich? Die Live-Musik-Kommission (LiveKomm) hat eine bundesweite Erhebung gestartet, die genau das herausfinden soll. Mit dem „Club- und Festival-Monitoring 2026” sind Betreiber:innen und Veranstaltende aufgerufen, Daten zu liefern, um die tatsächliche Lage transparent zu machen.
Der Druck auf die Szene speist sich aus mehreren Richtungen. Zum einen kämpfen zahlreiche Spielstätten mit massiv gestiegenen Fixkosten für Energie, Personal und Instandhaltung. Zum anderen hat sich das Ausgehverhalten spürbar gewandelt. Insbesondere jüngere Zielgruppen zögern angesichts gestiegener Lebenshaltungskosten beim Ticketkauf oder verzichten ganz auf lange Nächte. Hinzu kommt ein rückläufiger Pro-Kopf-Verbrauch an der Bar – ein entscheidender Posten, auf den viele Clubs wirtschaftlich angewiesen sind.
Aktuelle Regionalstudien, wie jene der Berliner Clubcommission, zeichnen ein ernstes Bild. Fast vierzig Prozent der dortigen Spielstätten mussten das vergangene Jahr mit Verlusten abschließen. Ein beachtlicher Teil der Betreibenden blickt entsprechend pessimistisch in die Zukunft.
Gleichzeitig spürt die Kulturbranche den Rotstift der Politik. Während im Bundeshaushalt Förderungen für Festivals und Clubs unter Druck geraten und wichtige Programme wie das Bundesschallschutzprogramm auf der Kippe stehen, fehlt eine strukturelle institutionelle Grundförderung weitgehend. Forderungen nach stabileren Hilfsfonds verhallten bislang weitgehend ungehört.
Die LiveKomm will mit der Umfrage nun Daten sammeln, um politischen Druck auszuüben. Die Teilnahme ist kostenlos und dauert circa 15 Minuten. Alle Informationen zum „Club- und Festivalmonitoring” sowie zur LiveKomm findest du hier.







