3000GRAD: Festival muss langjährigen Standort aufgeben

Nach 15 Jahren endet eine Ära: Das 3000GRAD Festival findet vom 7. bis 9. August 2026 zum letzten Mal in der Feldberger Seenlandschaft im Kreis Mecklenburgische Seenplatte statt. Danach verlässt das Boutique-Festival für elektronische Musik seine Heimat in der ehemaligen Kieskuhle nahe eines Naturschutzgebietes. Das Festival im Berliner Einzugsgebiet verzeichnete zuletzt etwa 5.000 Besucher:innen. Für 2027 wurde bereits ein neuer Standort gefunden, dieser soll jedoch erst zu einem späteren Zeitpunkt bekannt gegeben werden.

Als Grund für den Umzug nennen die Veranstalter:innen die wirtschaftliche Situation. In einem Newsletter an die Besucher:innen schreibt das Team, die finanziellen Belastungen seien in den vergangenen Jahren stetig gestiegen. Vor allem die umfangreiche Infrastruktur, die wegen der Lage des Geländes am Naturschutzgebiet notwendig ist, sei inzwischen kaum noch zu stemmen. Dazu gehören unter anderem ein Bauzaun zur Abgrenzung des Schutzgebietes sowie Shuttlebusse für die An- und Abreise der Gäste. Nach Angaben des Landkreises haben sich die behördlichen Auflagen zwar nicht verschärft, ihre Umsetzung sei jedoch deutlich teurer geworden. 

Noch einmal tanzen in der Kieskuhle: Die diesjährige Ausgabe markiert den Abschied von 3000GRAD aus Feldberg (Foto: 3000-festival.de)

Wie es nach 2027 weitergeht, ist derzeit offen. Die Veranstalter:innen wollen nach eigenen Angaben neue Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, um das Festival langfristig zu sichern. Seit seiner Premiere 2012 hat sich 3000GRAD zu einem festen Bestandteil der alternativen deutschen Festivallandschaft entwickelt. Statt großer Mainstream-Headliner prägten vor allem sorgfältig kuratierte Line-ups zwischen Organic House, Melodic Techno, Downtempo und Live-Electronica den Charakter des Festivals. Künstler:innen wie Rodriguez Jr., Be Svendsen, Bondi, D.Nox, DJ Jauche, Kalipo, Natascha Polké, Kombinat 100, Rauschhaus, Lampé oder Montezuma gehörten in den vergangenen Jahren zum Programm. 

Auch die Abschiedsausgabe bleibt diesem Konzept treu. Angekündigt sind bislang unter anderem Mollono.Bass, Andy’s Echo, KUOKO, Judith Van Waterkant, Hinterlandgang sowie XIMA und Limoncello.

Musik war bei 3000GRAD jedoch nie alles. Theater, Installationen, Workshops, Performancekunst und politische Formate – von Umweltbildung bis zu Demokratie- und Antirassismus-Angeboten – gehörten ebenso selbstverständlich zum Festival wie das liebevoll gestaltete Gelände. Genau diese Mischung machte 3000GRAD über Jahre zu einem Gegenentwurf zu den immer größer werdenden Mainstream-Festivals.

Auch über das eigene Festival hinaus ist das Kollektiv in der elektronischen Musikszene fest verankert. Die 3000GRAD-Crew kuratiert seit Jahren das ikonische Sonnendeck auf der Fusion und steht seit Jahren für einen kreativen, gemeinschaftlichen Ansatz elektronischer Kultur. 

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Monika Kruse by (Foto: Christoph Köstling)

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