Großrazzia in Brandenburg: Behörden stürmen mutmaßliches Drogenlabor

Bei einem groß angelegten Einsatz haben Zollfahndung, Bundespolizei und Spezialeinheiten ein mutmaßliches Drogenlabor in einer Industriehalle im brandenburgischen Ort Ludwigsfelde ausgehoben. Mehr als 250 Einsatzkräfte waren an der Razzia beteiligt. Mehrere Verdächtige wurden vorläufig festgenommen. Die Ermittlungen dauern an.

Der Zugriff erfolgte am Mittwoch in einer Lagerhalle im Industriepark Ost in Ludwigsfelde südlich von Berlin. Parallel zum Einsatz fanden weitere Durchsuchungen in 14 Privatwohnungen in Berlin und Brandenburg statt. In Berlin wurden sechs Personen festgenommen, ein weiterer in Heidelberg. Die Ermittlungen richten sich insgesamt gegen zwölf Beschuldigte im Alter zwischen 19 und 47 Jahren. Sie werden unter anderem wegen Verstößen gegen das Betäubungsmittelgesetz beschuldigt.

Nach bisherigen Erkenntnissen befand sich das Labor noch in der Aufbauphase. Die Ermittler:innen stellten dort rund 30 Kilogramm Methamphetamin sowie fast 50 Liter mutmaßlicher Methamphetamin-Base sicher. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft sollte in der Anlage vor allem Crystal Meth hergestellt werden. Während Spezialist:innen in Schutzanzügen Spuren und Beweismittel sicherten, analysierten Chemiker:innen die in der Halle gefundenen Substanzen. Die Durchsuchung des Geländes wird fortgesetzt.

Als mutmaßlicher Hauptbeschuldigter gilt ein 21-Jähriger, der drei mexikanische Staatsbürger als Laboranten angeworben haben soll. Die drei Männer wurden vor Ort festgenommen.

Zu den Hintergründen sowie zu möglichen Strukturen der mutmaßlichen Täter:innen äußerten sich die Behörden bislang nicht. Ein Sprecher des Zollfahndungsamtes betonte jedoch, dass der Betrieb eines solchen Labors umfangreiche logistische Planung und entsprechendes Fachwissen erfordere, weshalb nicht von einem/einer Einzeltäter:in ausgegangen werde. Einen Zusammenhang mit dem im Oktober 2025 entdeckten Drogenlabor in Nauen schließen die Ermittler:innen aus.

Zu dem damaligen Fall hatten wir ein Interview mit dem Zollfahnder Henner Grote geführt. Das Gespräch findet ihr hier

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