Nach Kritik aus der Community: Möbel Höffner nimmt nicht am Berliner CSD teil

Möbel Höffner wird nun doch nicht mit einem eigenen Truck beim Berliner Christopher Street Day (CSD) am 25. Juli teilnehmen. Das Unternehmen zog seine Teilnahme nach anhaltender Kritik aus der queeren Community zurück. Auslöser der Debatte war eine Parteispende des Unternehmensgründers und Eigentümers Kurt Krieger an die AfD.

Vor wenigen Tagen hatte der Berliner CSD die offizielle Wagenreihung veröffentlicht. Unter den 85 angemeldeten Fahrzeugen war Höffner mit der Startnummer 83 aufgeführt. Die Teilnahme sorgte unmittelbar für Kritik, nachdem bereits Anfang des Jahres bekannt geworden war, dass Krieger im Jahr 2024 insgesamt 18.000 Euro an die AfD gespendet hatte. Die Partei vertritt seit Jahren offen queerfeindliche Positionen und steht damit im klaren Gegensatz zu den Werten, für die der CSD eintritt.

Kurt Krieger, Gründer und Eigentümer von Möbel Höffner, spendete 2024 insgesamt 18.000 Euro an die AfD (Foto: krieger.de)

Der Berliner CSD bestätigte, die Spende und die öffentliche Debatte von Beginn an in seine Entscheidung einbezogen zu haben. Nach Angaben des Vorstands handelte es sich um eine Einzelfallentscheidung. Zur Begründung verwies der Verein auf das langjährige Engagement des Unternehmens für die queere Community. Höffner unterstütze seit Jahren Veranstaltungen wie „Künstler gegen Aids“, die „Gay Night at the Zoo“ sowie weitere queere Projekte. In Gesprächen mit der Unternehmensleitung habe diese zudem ein klares Bekenntnis zu Demokratie, Rechtsstaatlichkeit und Vielfalt abgegeben und sich ausdrücklich von der Spende des Eigentümers distanziert.

Die öffentliche Kritik hielt jedoch an. Daraufhin entschied sich Möbel Höffner, den eigenen Truck zurückzuziehen. Gegenüber dem Tagesspiegel erklärte das Unternehmen: „Der Christopher Street Day ist ein starkes Zeichen für Vielfalt, Respekt, Gleichberechtigung und Zusammenhalt. Wir möchten nicht, dass dieser Fokus durch eine Debatte über unsere Teilnahme verschoben wird.“

Zugleich betonte Höffner, die Unterstützung für die LGBTQIA+-Community werde unabhängig von der Absage fortgesetzt. Der Berliner CSD machte nach dem Rückzug erneut deutlich, dass der Verein die AfD und ihre politischen Ziele entschieden ablehne. Gleichzeitig sollen die Kriterien für Unternehmensbeteiligungen an der Demo künftig überarbeitet werden.

Der Fall hat eine grundsätzliche Diskussion darüber ausgelöst, wie CSD-Veranstaltungen mit Unternehmenssponsoring umgehen sollten. Kritiker:innen argumentierten, dass trotz der Distanzierung der Unternehmensführung letztlich auch Eigentümer Kurt Krieger von der positiven öffentlichen Wahrnehmung einer Teilnahme profitiert hätte.

Befürworter:innen der ursprünglichen Entscheidung verwiesen hingegen darauf, dass sich viele Beschäftigte und Führungskräfte des Unternehmens seit Jahren für queere Sichtbarkeit engagieren und nicht für die politische Entscheidung des Eigentümers verantwortlich gemacht werden sollten.

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