Es gibt Songs, die erfolgreich sind. Und es gibt Songs, die die Musikgeschichte verändern. Donna Summers „I Feel Love” gehört zweifellos zur zweiten Kategorie. Als der Titel 1977 erschien, klang er wie eine Botschaft aus einer anderen Zeit. Wo andere Disco-Hits noch von Orchestern, Funk-Gitarren und Bläsern lebten, setzte der italienische Produzent Giorgio Moroder auf hypnotische Synthesizer-Sequenzen, maschinelle Präzision und einen pulsierenden Beat, der bis heute modern wirkt.
Mit der rund 52-minütigen Dokumentation I Feel Love – Giorgio Moroder & Donna Summer erzählt Arte die Geschichte hinter diesem außergewöhnlichen Song. Gleichzeitig veranschaulicht die Doku, wie aus einer kreativen Zusammenarbeit zwischen Moroder, der amerikanischen Sängerin Donna Summer und dem britischen Songwriter Pete Bellotte in München eine musikalische Revolution lostrat.
Dabei steht auch der Weg von Donna Summer im Fokus. Die US-amerikanische Sängerin, die zuvor in Musicalproduktionen auf der Bühne stand, lernte in München Giorgio Moroder kennen. Gemeinsam mit Pete Bellotte entwickelte das Trio einen Stil, der Disco grundlegend verändern sollte. Bereits mit „Love to Love You Baby” sorgten sie international für Aufsehen.
Die Dokumentation zeichnet diese Entwicklung detailliert nach und zeigt, wie aus der Verbindung von Summers warmer, emotionaler Stimme und Moroders elektronischen Klangexperimenten ein völlig neuer Sound entstand. Der sogenannte Munich Sound wurde zum Ausgangspunkt für Synth-Pop, House, Techno und große Teile der modernen elektronischen Musik.
Ein besonderer Schwerpunkt liegt auf den technischen Innovationen hinter „I Feel Love”. Giorgio Moroder experimentierte intensiv mit dem damals noch ungewöhnlichen Moog-Synthesizer, dessen pulsierende Sequenzen den Song prägten. Während Moroder den elektronischen Klang entwarf, verlieh Donna Summer dem Song seine emotionale Tiefe. Aus einer mutigen Studioidee entstand einer der einflussreichsten Songs der Musikgeschichte, der Künstler:innen über Generationen hinweg inspirierte.
Neben Archivmaterial und historischen Aufnahmen kommen Wegbegleiter:innen und Musikhistoriker:innen zu Wort. Sie ordnen den Song in den gesellschaftlichen und kulturellen Kontext der 1970er-Jahre ein und machen deutlich, warum „I Feel Love” bis heute als Meilenstein gilt.







