Clubkultur im Museum: Neue Ausstellung im Berliner Werkbundarchiv

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Mit Club Kultur Bestand Aufnahme zeigt das Werkbundarchiv – Museum der Dinge ab 23. Juli 2026 eine Ausstellung über die Herausforderungen, Berlins Clubkultur musealen zu dokumentieren und für die Zukunft zu bewahren. Die Präsentation auf der Objekt-Bühne ist bis zum 9. November 2026 zu sehen und gibt neue Perspektiven auf eine autonome, sich wandelnde Kulturform. 

Ausgangspunkt der Ausstellung ist ein Karton mit Objekten aus dem Berliner Club Mensch Meier, der Anfang 2024 seine Türen schloss und dem Museum Artefakte aus seiner Geschichte zur Aufnahme in die Sammlung übergab. Zu sehen sind unter anderem Garderobenmarken, Schilder, Flyer, Ausstattungsgegenstände und weitere Objekte, die als materielle Zeugnisse des Clublebens erhalten geblieben sind.

Zurückgelassene Farbfilm-Einwegkamera mit aufgeklebtem Garderobenetikett, DM Drogerie Markt (Foto: Armin Herrmann)

Ergänzt werden die Hinterlassenschaften der Pankower Venue durch verschiedene Ansätze der Dokumentation von Clubkultur: Eine archäologische Ausgrabung, Interviews, Archivmaterial und ein Clubkataster zeigen, wie unterschiedlich Clubgeschichte gesammelt, erforscht und vermittelt werden kann. Dabei macht die Ausstellung deutlich, dass jede Form des Sammelns eine Auswahl trifft und Clubkultur immer nur ausschnitthaft erfassen kann.

Die Novocolor von AP Photo aus dem spanischen Barberà del Vallès: Auch so kann eine Einwegkamera aussehen (Foto: Armin Herrmann)

Wie es in der Presseinformation heißt, beruht die Präsentation auf der Überzeugung, „dass sich Clubkultur außerhalb des Clubs nicht vollständig abbilden lässt“. Deshalb verzichtet sie bewusst auf immersive Inszenierungen oder eine Rekonstruktion von Clubatmosphäre. Sie versteht sich vielmehr als Einladung, „über die Möglichkeiten und Grenzen des wissenschaftlich-musealen Umgangs mit Clubkultur nachzudenken“, deren Wesen von Musik, Körperlichkeit, Gemeinschaft und Vergänglichkeit geprägt ist. 

Clubspäti-Inventurzettel, August 2023 (Foto: Armin Herrmann)

Das Thema trifft einen Nerv: Während Berliner Technokultur inzwischen als Immaterielles Kulturerbe anerkannt ist und Archive sowie Forschungsprojekte die Geschichte der Szene dokumentieren, verschwinden gleichzeitig immer mehr Clubs aus dem Stadtbild. „Club Kultur Bestand Aufnahme“ macht diese Entwicklung zum Ausgangspunkt und setzt den Fokus auf die Frage, was von Clubkultur bleibt, wenn sie ins Museum gelangt – und welche Aspekte sich überhaupt bewahren lassen.

Die Ausstellung ist Teil der Objekt-Bühne, einem Präsentationsformat innerhalb des Offenen Depots des Werkbundarchivs, das Raum für Kooperationen, künstlerische Interventionen und neue Perspektiven auf die Sammlung schafft.

Eröffnet wird „Club Kultur Bestand Aufnahme“ am 22. Juli von 18 bis 22 Uhr, der Eintritt ist frei, danach ist die Ausstellung bis zum 9. November in der Berliner Institution zu sehen.

Keyvisual Objekt-Bühne Club Kultur Bestand Aufnahme (Foto: Justus Pfeifer)

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