Erneute Kritik am Habitat Festival: Hamburger Antisemitismusbeauftragte verlangt Ausladung von Sama‘ Abdulhadi

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Die Hamburger Antisemitismusbeauftragte Anna von Villiez fordert, den geplanten Auftritt der palästinensischen Techno-DJ Sama‘ Abdulhadi beim Habitat Festival in Hamburg am kommenden Wochenende abzusagen. Sie wirft der Künstlerin vor, den die Ermordung von mehr als 1.000 Menschen am 7. Oktober 2023 als Befreiungskampf zu verklären und mit ihren Äußerungen in den sozialen Medien antisemitische Positionen zu verbreiten.

Von Villiez verweist unter anderem auf einen Instagram-Beitrag vom 7. Oktober 2024, in dem Abdulhadi den Hamas-Angriff als Teil des „palästinensischen Widerstands“ und Israels Vorgehen im Gazastreifen als „eine der grausamsten Völkermord-Kampagnen der Geschichte“ bezeichnete. Viele der Opfer des 7. Oktober waren zudem selbst Teilnehmer eines Musikfestivals, betont von Villiez. Nach Ansicht der Antisemitismusbeauftragten wäre eine Ausladung der DJ auch kurzfristig noch möglich und würde ein wichtiges Zeichen gegen Antisemitismus setzen. 

Sama' Abdulhadi (Foto: samaabdulhadi.com)
Sama‘ Abdulhadi (Foto: samaabdulhadi.com)

Bereits im April hatte der Beauftragte der Bundesregierung für jüdisches Leben und den Kampf gegen Antisemitismus, Felix Klein, den geplanten Auftritt scharf kritisiert. Gegenüber der Berliner Morgenpost erklärte er, Abdulhadi verbreite ein „hochgradig polarisierendes, antisemitisches Weltbild“. Er forderte die Festivalveranstalter:innen auf, den Auftritt abzusagen. Aus seiner Sicht habe das Habitat Festival die Gelegenheit verpasst, ein klares Zeichen gegen Antisemitismus zu setzen.

Die Veranstalter:innen des Habitat Festivals weisen die Forderungen nach einer Ausladung zurück. Sie betonen, dass das Festival für eine vielfältige, offene und internationale Musik- und Kulturszene stehe. Gleichzeitig erklären sie, dass Antisemitismus auf dem Festival keinen Platz habe. Nach Auffassung der Organisator:innen bedeutet die Einladung Abdulhadis nicht automatisch eine Zustimmung zu sämtlichen politischen Äußerungen der Künstlerin. Vielmehr sehen sie ihren Auftritt als Teil einer pluralistischen Kulturlandschaft, in der unterschiedliche Stimmen vertreten sein können. „Unser Festival ist kein politisches Podium, sondern ein Musikfestival. Das entbindet uns nicht von Verantwortung, bedeutet aber, dass wir den Auftritt als das bewerten, was er im konkreten Kontext ist: eine künstlerische, musikalische Performance“, heißt es in dem Statement.

Sama‘ Abdulhadi wurde 1990 in Jordanien geboren und wuchs im Westjordanland auf. Sie zählt zu den international bekanntesten Techno-DJs aus Palästina und positioniert sich seit Jahren öffentlich für die palästinensische Sache.

Während Kritiker:innen argumentieren, dass Personen, die den Hamas-Angriff relativieren oder rechtfertigen, keine Bühne erhalten sollten, warnen andere vor einer politischen Einschränkung des Kulturbetriebs und einer Vermischung von künstlerischer Arbeit mit politischen Positionen.

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