Schlag gegen Darknet-Drogen: Anklage gegen mutmaßlichen Betreiber von „Archetyp Market” erhoben

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Die Generalstaatsanwaltschaft Frankfurt am Main hat Anklage gegen einen 31-jährigen Deutschen erhoben, der als Gründer des Darknet-Marktplatzes „Archetyp Market” gilt. Dem Mann wird vorgeworfen, die Plattform von Juli 2020 an aufgebaut und betrieben sowie ab Juni 2022 gemeinsam mit mindestens zwei weiteren Beteiligten bandenmäßig betrieben zu haben. 

Bis zur Abschaltung im Juni 2025 entwickelte sich „Archetyp Market” nach Angaben des Bundeskriminalamts zum weltweit größten Handelsplatz für illegale Drogen im Darknet. Die Plattform verzeichnete mehr als 600.000 registrierte Nutzer:innenkonten. Zwischen November 2022 und ihrer Schließung wurden darüber schätzungsweise 2,3 Millionen Bestellungen abgewickelt. Der Gesamterlös soll sich auf rund 330 Millionen Euro belaufen haben. 

Das illegale Sortiment umfasste neben harten Drogen wie Kokain, Heroin, Crystal Meth, Fentanyl und Crack auch Cannabis, Medikamente, Dopingpräparate sowie sogenannte neue psychoaktive Stoffe.  Bezahlt wurde mit der Kryptowährung Monero. Der mutmaßliche Betreiber soll dabei über Provisionen und Gebühren rund 20 Millionen Euro eingenommen haben. 

Die Ermittlungen führten im Juni 2025 zur Festnahme des Beschuldigten in Barcelona. Im Rahmen der Durchsuchungen stellten die Behörden Kryptowährungen, Bargeld und Luxusfahrzeuge im Wert von knapp zehn Millionen Euro sicher. Die internationale Operation wurde von der Zentralstelle zur Bekämpfung der Internetkriminalität (ZIT) und dem Bundeskriminalamt koordiniert sowie von Europol und Eurojust unterstützt. 

Mit der Anklage ist das Verfahren allerdings noch nicht eröffnet. Zunächst muss das Landgericht Frankfurt am Main die Anklage für zulässig erklären. Sollte es zu einer Verurteilung kommen, droht dem 31-Jährigen eine Freiheitsstrafe von bis zu 15 Jahren.

In einem auf Wikipedia verlinkten Interview von 2021 mit dem Gründer des Marktplatzes, dessen Authentizität nicht überprüfbar ist, erklärt dieser, in einem sozial benachteiligten Umfeld aufgewachsen zu sein und schon in jungen Jahren erstmals mit Drogen in Kontakt gekommen zu sein. Nachdem er im Alter von 20 Jahren LSD ausprobiert hatte, starb er seinen „Ego-Tod”, wie er sagt. Er reflektierte sein Leben, das von Alkoholmissbrauch und drogenbedingtem asozialem Verhalten geprägt war, und erkannte, dass dies nicht mit den prosozialen Wünschen übereinstimmte, die er als Kind gehabt hatte. Zunächst war er von der libertären Philosophie des Marktplatzes Silk Road beeindruckt, doch nach dessen Beschlagnahmung stellte er fest, dass viele der Ersatzmärkte, die er fand, sich stärker am Profit orientierten als an dieser libertären Philosophie. Aus diesem Grund entschied er sich, Archetyp zu gründen, um die europäische Drogenszene zu unterstützen und sich für eine Liberalisierung der Drogenpolitik einzusetzen.

„Ich habe keinerlei Angst vor einem Bust”, sagt er auch im betreffenden Interview. „Ich habe großen Respekt vor den Polizeibehörden und unterschätze diese nicht. Mir ist klar, worauf meine Sicherheit basiert und dass ich diese Grundlage unbedingt erhalten muss.”


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