Eine 15-minütige ARTE-Tracks Doku begleitet DJ Babatr, den Mitbegründer und Pionier des Raptor House. Das Genre entstand 2003 im sozial benachteiligten Stadtteil Propatria in Caracas und galt als Sprachrohr der verarmten Bevölkerung der Großstädte Venezuelas. Mittlerweile ist Raptor House weltweit bekannt und auch in europäischen Clubs zu hören. Für viele Exil-Venezolaner:innen ist die Musik ein Mittel, um ihre Herkunft und Kultur weit weg von ihrer Heimat zu zelebrieren.
Raptor House, von DJ Babatr als „verlorenes Kind des Techno” bezeichnet, war Anfang des Jahrtausends der Sound der sogenannten Matinées – Raves, die tagsüber stattfanden und vor allem die Jugend der Arbeiterviertel anzogen. Nach massiver Kritik aus der Mittel- und Oberschicht wurden diese Veranstaltungen 2008 unter der Regierung von Hugo Chávez verboten, was beinahe das Ende des Genres bedeutete.
Heute erlebt Raptor House ein Revival und ist in Clubs und auf Festivals auf der ganzen Welt präsent, unter anderem durch Produktionen von Künstlern wie DJ Deep RH, DJ SUELDOminimo oder DJ Anaco, die allesamt in der Doku zu Wort kommen.
Im GROOVE-Interview aus dem vergangenen Jahr erklärt DJ Babatr unter anderem, wie Raptor House von einer unterdrückten Underground-Bewegung zu einem international gefeierten Genre wurde. Und wie es sich anfühlt, nach Jahrzehnten der Nichtbeachtung endlich Anerkennung zu erfahren.







