Club Humboldthain in Berlin-Wedding: Bezirksverordnetenversammlung stellt sich gegen Hotelbau

Die Bezirksverordnetenversammlung Mitte hat einen Beschluss zur Sicherung des Clubs Humboldthain („Humbi”) im Berliner Bezirk Wedding gefasst. Das steht im Entwurf, der gestern, 19. März, einstimmig beschlossen wurde. Ein Investor aus Luxemburg will in unmittelbarer Nähe Mikroapartments beziehungsweise ein Hotel bauen.

Dazu soll das Bezirksamt alle vorhandenen und zukünftigen Anträge auf Baugenehmigungen in der direkten und näheren Umgebung des Clubs, die zu einer Nutzungseinschränkung des Kulturbetriebes führen können, im Sinne der Sicherung des Clubs überprüfen, heißt es weiter in dem Beschluss. Ausdrücklich geht es dabei um Planungen und Nutzungen zu Wohnzwecken, auch Hotelnutzungen, die eine bedrohliche „heranrückende Bebauung” darstellen könnten.

Die Betreiber des Humboldthain sollen hierbei ebenso in die Kommunikation durch das Bezirksamt eingebunden werden, soweit dies rechtlich möglich ist, steht dort weiter. Das ist insofern brisant, als sich Betreiber Ludwig Eben bisher von der Planung ausgeschlossen wähnte.

„Der Humboldthainclub ist eine wichtige und unersetzliche Kultureinrichtung für den Wedding”, heißt es abschließend in der Begründung des Beschlusses. „Im Rahmen der stadtentwicklungspolitischen Ziele, aber auch der Kultur- und Wirtschaftsförderung, müssen die vorhandenen Einrichtungen rechtlich sowie politisch besser geschützt, gefördert und Flächen gesichert werden.”

Die Clubcommission hat mit einer Pressemeldung reagiert. „Der einstimmige Beschluss ist ein starkes politisches Signal für die Berliner Clubkultur”, sagt Pressesprecherin Emiko Gejic. „Jetzt müssen den Bekenntnissen Taten folgen”, ergänzt Marcel Weber, Vorsitzender der Clubcommission, hinzu.

„Der Schutz einzelner Clubs auf Bezirksebene ist wichtig, reicht jedoch nicht aus”, erklärt Weber. „Wir brauchen verbindliche Rahmenbedingungen auf Landes- und Bundesebene, insbesondere die konsequente Umsetzung des Agent-of-Change-Prinzips und die rechtliche Anerkennung von Clubs als Kulturstätten im Baurecht.”

Zunehmende Nutzungskonflikte durch heranrückende Bebauung gefährden etablierte Berliner Kulturorte, beispielsweise auch das ://about:blank am Ostkreuz. Auch dort soll ein Hotel entstehen.

Unser Interview mit Humboldthain-Betreiber Ludwig Eben findet ihr hier.

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