16 Jahre nach der tödlichen Massenpanik während der Loveparade gedenkt Duisburg heute (24. Juli) der 21 Menschen, die bei dem Unglück ums Leben kamen. Erstmals richtet die Stadt die offizielle Gedenkveranstaltung selbst aus, nachdem sich die langjährige Opferstiftung Duisburg 24.7.2010 Ende letzten Jahres aufgelöst hat. Am Nachmittag kommen Angehörige, Betroffene sowie Bürger:innen an der Gedenkstätte am Karl-Lehr-Tunnel zusammen. Neben Oberbürgermeister Sören Link spricht dort auch der Theologe und freie Redner Stephan Steinbach. Bereits zuvor findet in der Salvatorkirche ein nicht öffentlicher Gottesdienst statt, der ausschließlich den Familien und Angehörigen der Todesopfer vorbehalten ist.
Damit entfiel dieses Mal erstmals die traditionelle Nacht der 1000 Lichter, bei der am Vorabend des Jahrestags hunderte Kerzen am Unglücksort entzündet wurden. Auch das ehemalige Festivalgelände soll sich in den kommenden Jahren verändern. Auf dem früheren Güterbahnhof südlich des Hauptbahnhofs ist ein neues Stadtquartier geplant. Die Bauvorhaben verzögerten sich allerdings unter anderem wegen veränderter Anforderungen an Büroflächen. Unabhängig davon soll die Gedenkstätte am Karl-Lehr-Tunnel dauerhaft bestehen bleiben und in eine zukünftige Parkanlage integriert werden. Auch die Salvatorkirche fungiert weiterhin als zentraler Ort des stillen Gedenkens. Der jährliche Gottesdienst für Hinterbliebene ist zunächst bis 2029 gesichert.
Die Loveparade-Katastrophe gilt als eines der schwersten Unglücke der deutschen Veranstaltungsgeschichte. Am 24. Juli 2010 kam es im Zugangsbereich des Festivalgeländes zu einer tödlichen Massenpanik, nachdem sich tausende Menschen in einem Engpass am Karl-Lehr-Tunnel stauten. 21 Menschen starben, mehr als 600 weitere wurden verletzt. Die juristische Aufarbeitung der Katastrophe endete 2020 ohne Urteil. Das Landgericht Duisburg stellte das Strafverfahren gegen zehn Angeklagte aus der Stadtverwaltung und dem Kreis des Veranstalters Rainer Schaller ein. Eine individuelle strafrechtliche Schuld konnte nicht festgestellt werden, Verurteilungen gab es nicht. Bis zu seinem tragischen Tod lastete das Unglück schwer auf Schallers Schultern.







