Sven Väths „4 Decades Behind the Decks”: Ein Waggon voller Geschichten aus dem euphorischen Paralleluniversum

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Gerade 60 Jahre alt geworden und mit dem Bambi in der Kategorie Kultur ausgezeichnet, sorgt Sven Väth mit seinem über 330 Seiten fassenden Buchprojekt 4 Decades Behind the Decks für das nächste künstlerische Ausrufezeichen. Nach drei Jahren Vorbereitung, monatelanger Archivsuche und Schreibarbeit entstand in High-End-12-Inch-Design eine einzigartige persönliche Bilanz des Mannes, der wie kein anderer den Siegeszug von Techno und Clubmusik als Pionier und treibende Kraft gestaltete.

Sammelt sich was an, in 40 Jahren hinter den Decks. (Foto: Cocoon)

Wobei dieses Buch in vielerlei Hinsicht keine komplette Lebensgeschichte sein möchte und sich deswegen inhaltlich – außer einer kurzen Familiengeschichte im Kapitel „Club History_ies” und privaten Foto-Einblicken bei „Family and Friends” – vor allem um den Musikkünstler Sven Väth dreht.

Mit wegweisenden Lebensstationen …

Also nichts hier mit lustigen Geschichten aus Babbas Kindergarten- und Schulzeiten in Obertshausen, der ersten Liebe oder Erfolgen und Niederlagen außerhalb des Musikerlebens, auch wenn das sicherlich spannend wäre. Dafür wird der musikalische Weg sehr wohl mit Anspruch auf Vollständigkeit nachvollzogen. Electrica Salsa, Dorian Gray, Eye-Q/Harthouse, Loveparade, Cocoon, Love Family Park, Ibiza und natürlich das Omen werden als wegweisende Lebensstationen ausführlich illustriert und beleuchtet.

Nicht Iggy, aber Pop! (Foto: Cocoon)

Und dass einige Weggefährten wie beispielsweise Luca Anzilotti, Alex Azary, Richie Hawtin, Matthias Martinsohn, Jeff Mills, Tobias Rehberger, Gregor Tresher und Talida Wegener ihre persönlichen Gedanken und Anekdoten zu Sven Väth dokumentieren, rundet die vielfältigen Bezüge des „Iggy Pop des Techno” (Edgar Dirksen) ab.

… in Erinnerungen schwelgen

Doch es sind vor allem die zum größten Teil bislang unveröffentlichten Bilder aus vier Jahrzehnten Leben von, mit und für Musik, die eine ausgesprochen persönliche und intime Begegnung mit Sven Väth ermöglichen. Erst recht, wenn Väths Bildbeschreibungen die Vergangenheit vollends zum Leben erwecken, so als würde man mit einem lange nicht mehr gesehenen Kumpel beim Blättern durchs Fotoalbum in gemeinsamen Erinnerungen schwelgen.

Sven Väth, wie er lebt. (Foto: Cocoon)

„[Das Leben] ist eine Symphonie aus Begegnungen, Erlebnissen und Erinnerungen, die sich im Laufe der Zeit zu einem harmonischen Ganzen verweben.” (Sven Väth, 2024) In diesem Sinne: Viel Spaß bei diesem in Deutsch und Englisch verfassten Waggon voller Geschichten aus unserem euphorischen Paralleluniversum und in freudiger Erwartung der nächsten 40 Jahre.

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