Fair Play Report: Producer:innen verlieren Millionen durch veraltete Tantiemen-Systeme

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Die von DVS1 mitgegründete Initiative Fair Play hat ihren ersten Bericht veröffentlicht. Electronic Music Royalties Under the Microscope befasst sich mit der Verteilung von Tantiemen von Club-Auftritten in Großbritannien. Das erste Ergebnis fällt drastisch aus: Nur ein Drittel der Tantiemen im Bereich elektronischer Musik erreicht seine korrekten Urheber:innen. Außerdem werden jährlich geschätzte 5,7 Millionen Pfund (6,4 Millionen Euro) falsch verteilt. Die Hauptgründe dafür sind die geringe Nutzung von Music-Recognition-Technologie (MRT), analoge Verteilmechanismen mit begrenzter Trefferquote sowie der Umstand, dass fast die Hälfte der Produzent:innen nicht bei Verwertungsgesellschaften registriert sind.

Fair Play schlägt Reformen zur Verbesserung der Genauigkeit von Tantiemenzahlungen vor. Die Nutzung von Music-Recognition-Technologie soll ausgeweitet werden. Zusätzlich sollen neue Urheber:innen bei Verwertungsgesellschaften schneller registriert werden.

Die Initiative Fair Play setzt sich unter anderem aus ehemaligen Mitarbeiter:innen von Aslice und Audience Strategy Agency zusammen. Aslice war eine ebenfalls von DVS1 2022 ins Leben gerufene Plattform zur gerechten Verteilung von Künstler:innen-Tantiemen, die 2024 den Betrieb eingestellt hatte.

In Wien beschäftigt sich die DJ-Gewerkschaft DECK ebenfalls mit dem Thema Tantiemen im Clubbetrieb. Mit „Project Playlist” will man aktiv auf die Missstände aufmerksam machen. Die Party unter diesem Motto findet am 12. Dezember im Celeste statt und könnte ein Alternativmodell für zukünftige Veranstaltungen sein. Alle DJ-Sets des Events werden als einzelne Konzerte gelistet, die Tracklisten veröffentlicht und anschließend der österreichischen Verwertungsgesellschaft AKM gemeldet. „So wird sichtbar, dass ohne diese Personen keine Club-Veranstaltungen – und damit keine Clubkultur – existieren würden”, heißt es von DECK.

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