Spotify sieht sich erneut schwerer Kritik ausgesetzt. Wie das Investigativportal 404 Media aufdeckte, wurden auf den offiziellen, verifizierten Profilen verstorbener Musiker KI-generierte Songs veröffentlicht – ohne Zustimmung der Rechteinhaber. Betroffen sind unter anderem die Accounts von Blaze Foley und Guy Clark, beides einflussreiche US-Songwriter, die längst verstorben sind.
Im Zentrum der Enthüllung steht das Lied „Together”, produziert unter dem Künstlernamen Syntax Error. Der Song tauchte auf dem Profil des 1989 verstorbenen Blaze Foley auf, mitsamt synthetischer Vocals und KI-generiertem Artwork. Eine Rücksprache mit Foleys Nachlassverwaltern hatte es nicht gegeben.
„Das ist nicht Blaze, überhaupt nicht in seinem Stil”, kommentierte Craig McDonald, der Katalogmanager von Foleys musikalischem Erbe, gegenüber 404 Media. Er sprach von einem „künstlichen Schund-Bot” und kritisierte den Upload scharf: „Das hat die Authentizität eines Algorithmus – nichts davon ist echt.” Auch auf dem Profil von Guy Clark wurde ein Track desselben KI-Projekts entdeckt, ebenfalls ohne Wissen oder Zustimmung der Rechteinhaber.
Zwar entfernte Spotify die Inhalte nach Veröffentlichung des Berichts, ein offizielles Statement zu den Vorfällen oder zu geplanten Maßnahmen bleibt bislang aber aus. Für Branchenbeobachter offenbart der Fall eine klaffende Lücke: Es fehlten klare Richtlinien im Umgang mit KI-generierter Musik, insbesondere wenn es um das posthume künstlerische Erbe gehe.







