5. FaltyDL – Three Rooms EP (Hypercolour)

FaltyDL bleibt den Breaks bei seiner neuen Single auch treu, wenn er Peaktime-Rave mit 4/4-Kicks produziert. So peitscht die Percussion bei „Big Room“ in die Lücken und ein Synthesizer schlingert in guter alter Hardcore-Tradition in Richtung Rewind. Dezenter geht er bei „Medium Size Room“ vor. Langsam pulsiert auch hier eine gerade Bassdrum, diesmal im Hintergrund. Darüber schillern Synthesizerflächen und eingängige Melodien. Wirbelnde Breaks übernehmen schließlich vollends die Bewegungsimpulse. Bei „Small Room“ legt er einige Lagen Komplexität drauf und schaltet ein paar Tanzgänge runter. (Philipp Weichenrieder)

4. Honorée – Marée Haute EP (Rekids)

Zweite Rekids-Maxi von der in Basel beheimateten DJ und Produzentin Honorée. Auf „Dorian“ greift sie mit fesselnden Chords und sexy eingestreutem Sprechgesang an. Auch „208“ gibt ihrer Stimme Platz. Erneut als dezent eingesetztes Surplus zu lässigen Rhythmen, Claps und hypnotischen Melodien. Für den Remix konnte sie Margaret Dygas gewinnen, eine der unterschätztesten Langzeitproduzentinnen der Clubmusik. Die durch Platten auf Perlon oder Non Standard Productions bekannte Künstlerin macht „Dorian“ mit pulsierendem Bass, pikanten Percussions und kristallinen Synthlines zu einem schwerelosen Funkmonster. (Michael Leuffen)

3. STL – If Time Would Move Backwards (Solar Phenomena)

Stephan Laubner alias STL beherrscht es, mit minimalen Mitteln maximal packende Rhythmus-Loops zu erzeugen. Über die unglaublich zugkräftigen Beats platziert er verschrobene, versprenkelte Einzeltöne wie bei „Spy vs Spy“ auf seiner neuen EP. Mit jedem der vier Tracks präsentiert STL eine andere musikalische Seite, eine besser als die andere. „Atomsmasha“ schlurft mit unwiderstehlich groovendem Bass langsam und unaufhaltsam voran, „Summer Breeze & Brotherhood“ frönt dubbig-schepperndem House und „Freebird“ führt mit melodischer Schönheit von Bläsern über dezenten 4/4-Kicks zu tiefer Ruhe. (Philipp Weichenrieder)

2. Zombie Zombie – Hippocampe Remixes (Versatile)

Ein bisschen was von einem Krautrock-Monolithen hat das Original von Zombie Zombies „Hippocampe“ ja schon, wenn auch mit ein wenig zu kontaminiert dräuenden Synthesizern, die assoziiert man dann doch eher mit späteren Dekaden. Auf den Remixen dieses „Seepferdchens“ dominiert daher das Trommelgruppenhafte wie im Wolf-Müller-Mix, das trippig Abgetauchte von Gilb’Rs „Triangle Dub“ oder die aufgelockerten Breakbeats, noch einmal von Wolf Müller, diesmal im „Healthy Mix“. Ja, das Original hatte vielleicht tatsächlich etwas Ungesundes. So kann man es jedenfalls machen. (Tim Caspar Boehme)

1. Valerie Dore – Get Closer (Remixes) (Running Back)

Take a step back in time. Running-Back-Chef Gerd Janson hat sein Herz für Italo-Discofox der frühen 80er-Jahre entdeckt und gönnt der zweiten Single des Valerie-Dore-Projektes ein sensibles Update. Tiger & Woods (alias Valerio Del Prete und Marco Passarani) senken in ihrer Dub-Version die Tonhöhe etwas nach unten und verzaubern mit Eurobeat- und Kraut-Reminiszenzen, während Gerd Jansons Edit die Gesangspassagen der Novecento-Sängerin fast unangetastet lässt. Mit Elfenzauber voll hinein in die Eurobeat-Nostalgie. (Jochen Ditschler)

HINTERLASSEN SIE EINE ANTWORT

Please enter your comment!
Please enter your name here