Ein Jahr nach dem Brand der Tomorrowland-Mainstage gibt es neue Erkenntnisse zur möglichen Ursache. Wie die belgische Zeitung Het Laatste Nieuws recherchiert hat, gehen die Ermittler:innen inzwischen davon aus, dass menschliches Versagen der Auslöser für das Feuer war.
Demnach soll am 16. Juli 2025, zwei Tage vor Festivalbeginn, beim Test der Feuerschalen versehentlich Ethanol auf Teile des Bühnenbilds gesprüht worden sein. Die Schalen erzeugen mithilfe von Sprühköpfen hohe Flammen und werden seit mehreren Jahren von derselben Firma installiert. Im vergangenen Jahr übernahm jedoch erstmals ein Subunternehmer die Arbeiten, bei denen es laut mehreren Quellen zu einem folgenschweren Fehler gekommen sein soll.
Da die aufwendig gestaltete Mainstage, an der Designer:innen mehr als eineinhalb Jahre gearbeitet hatten, größtenteils aus Styropor bestand, breiteten sich die Flammen innerhalb weniger Minuten aus. Rund 1.000 Mitarbeiter:innen befanden sich zu diesem Zeitpunkt auf dem Festivalgelände in De Schorre in Boom, konnten sich jedoch rechtzeitig in Sicherheit bringen. Verletzt wurde niemand. Etwa 100 Feuerwehrleute waren über zwei Stunden im Einsatz, um den Brand zu löschen.
Der Schaden wird auf rund 30 Millionen Euro geschätzt. Das Tomorrowland konnte trotz der Zerstörung der Mainstage wie geplant stattfinden, nachdem unter anderem Metallica Bühnenteile ihrer letzten Europatournee für eine Ersatzbühne zur Verfügung stellten.
Das Tomorrowland zählt mit einer Kapazität von ca. 65.000 Besucher:innen zu den größten Festivals für elektronische Musik weltweit. Neben gigantischen Bühneninstallationen ist das belgische Festival bekannt für sein internationales Line-up aus Techno-, House- und insbesondere EDM-Acts. Zu den regelmäßigen Gästen zählen Künstler:innen wie Charlotte de Witte, Amelie Lens, Solomun oder Armin van Buuren. Für die diesjährige Ausgabe am kommenden Wochenende sind unter anderem Afrojack, David Guetta und Boris Brejcha als Headliner gebucht.








