Höhere Alkoholsteuer ab 2027: Weitere Belastung für Clubs und Veranstalter:innen

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Die Bundesregierung plant, die Alkoholsteuer auf Spirituosen zu Beginn des nächsten Jahres um 20 Prozent anzuheben. Grundlage der geplanten Steuererhöhung ist der Entwurf des Haushaltsbegleitgesetzes 2027 der Bundesregierung. Betroffen sind unter anderem Wodka, Rum, Gin, Whisky und Korn sowie Schaumwein, Sekt, Likörwein und Alkopops. Laut Bundesfinanzministerium sollen dadurch jährlich rund 455 Millionen Euro zusätzlich in den Bundeshaushalt fließen. Bier und Wein bleiben von der geplanten Steuererhöhung ausgenommen.

Für die Club- und Nachtkultur könnte die Maßnahme spürbare wirtschaftliche Folgen haben. Spirituosen zählen zu den wichtigsten Produkten hinter der Bar und sind Grundlage vieler Longdrinks und Cocktails. Steigen die Einkaufspreise, stehen Betreiber:innen vor der Entscheidung, die Mehrkosten selbst zu tragen oder an ihre Gäste weiterzugeben.

Da Getränkeverkäufe in vielen Clubs einen erheblichen Teil der Einnahmen ausmachen, könnte die Steuer die wirtschaftliche Situation vieler Betriebe zusätzlich verschärfen. Die Branche kämpft bereits seit Jahren mit steigenden Energie- und Personalkosten, höheren Mieten sowie einem zurückhaltenden Ausgehverhalten vieler Besucher:innen. Sinkende Gewinnspannen oder höhere Getränkepreise könnten den finanziellen Spielraum weiter einschränken.

Auch das Konsumverhalten der Gäste könnte sich verändern. Da Bier und Wein nicht von der Steuer betroffen sind, könnten Besucher:innen häufiger auf diese Getränke ausweichen. Für Clubs, deren Umsatz auch vom Verkauf hochpreisiger Spirituosen und Cocktails abhängt, wäre das ein zusätzlicher wirtschaftlicher Faktor.

Die Bundesregierung begründet die Steuererhöhung neben den erwarteten Mehreinnahmen auch mit gesundheitspolitischen Zielen. Finanzminister Lars Klingbeil erklärte, dass Produkte, die gesundheitliche Schäden verursachen, künftig stärker belastet werden sollen. Eine Expertenkommission des Bundesgesundheitsministeriums hatte zuvor sogar mehrere aufeinanderfolgende Erhöhungen der Alkoholsteuer empfohlen, um den Konsum zu senken und langfristig Gesundheitskosten zu reduzieren.

Kritik kommt derweil aus der Spirituosenindustrie. Der Bundesverband der Deutschen Spirituosen-Industrie und -Importeure hält die erwarteten Mehreinnahmen für zu optimistisch. Durch höhere Preise könnten der Absatz sinken und Verbraucher:innen auf andere Getränke ausweichen. Auch für Clubs bleibt daher offen, ob sich die höheren Kosten vollständig an die Gäste weitergeben lassen oder ob sie einen Teil der Belastung selbst tragen müssen.

Auch die Berliner Clubcommission sieht die Erhöhung kritisch. „Viele Betriebe leben vom Ausschank und können steigende Kosten kaum weitergeben. Geben sie die Preise doch weiter, trifft das die Gäste, die sich das Ausgehen in Zeiten hoher Lebenshaltungskosten ohnehin immer seltener leisten können”, heißt es im heute versandten Newsletter.

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