Bundesdrogenbeauftragter: Fast jeder vierte Drogentote ist heute jünger als 30 Jahre

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Die Zahl der Drogentoten in Deutschland bleibt auf einem alarmierend hohen Niveau. Im Jahr 2025 starben 2.150 Menschen an den Folgen ihres Drogenkonsums. Besonders besorgniserregend ist laut dem Bundesdrogenbeauftragten, dass die Betroffenen immer jünger werden: Fast jeder vierte Drogentote ist keine 30 Jahre alt geworden, bei den unter 20-Jährigen hat sich die Zahl der Todesfälle seit 2021 nahezu verdoppelt.

Der Beauftragte der Bundesregierung für Sucht- und Drogenfragen, Prof. Dr. Hendrik Streeck, fordert deshalb mehr Prävention, frühzeitige Hilfsangebote und ein Suchthilfesystem, das junge Menschen rechtzeitig erreicht. „Die Verharmlosung von Drogenkonsum hat einen Preis, den wir hier sehen”, betont Streeck. Viele Jugendliche würden Medikamente, Alkohol und andere Drogen kombinieren, ohne die lebensgefährlichen Risiken des Mischkonsums zu kennen.

Mehr als vier von fünf Drogentoten starben nach dem Konsum mehrerer Substanzen gleichzeitig. Besonders häufig spielten Benzodiazepine, opioidhaltige Schmerzmittel und andere psychoaktive Medikamente eine Rolle. Im letzten Jahr wurden 769 Todesfälle im Zusammenhang mit diesen Drogen registriert – mehr als doppelt so viele als vier Jahre zuvor. 

Zudem breiten sich synthetische Opioide wie Fentanyl aus, das an 118 Todesfällen beteiligt war. Experten warnen außerdem vor gefälschten Tabletten, die hochpotente synthetische Opioide wie Nitazene enthalten und bereits in kleinsten Mengen tödlich sein können.

Auch der Konsum von Kokain sowie synthetische Drogen nimmt weiter zu. Gleichzeitig verändern sich die Drogenmärkte deutlich schneller. Neue Substanzen kommen hinzu und werden durch digitale Handelswege immer leichter zugänglich. Die Bundesregierung will deshalb Frühwarnsysteme ausbauen, Präventions- und Suchthilfeangebote stärken und den Zugang zum Notfallmedikament Naloxon weiter erleichtern.

Auch das Berliner Drugchecking-Projekt hat kürzlich eine alarmierende Bilanz gezogen. Fast die Hälfte der 5.310 im Labor untersuchten Drogenproben war verunreinigt, falsch deklariert oder gefährlich überdosiert. Das anonyme und kostenlose Testangebot wird monatlich stark genutzt und erreicht vor allem junge Konsumenten außerhalb des klassischen Hilfssystems.

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