Der illegale Rave im 30 Kilometer nördlich von Montpellier gelegenen Claret markiert einen neuen Höhepunkt der anhaltenden Proteste gegen einen Anti-Rave-Gesetzesentwurf. Laut Angaben der zuständigen Präfektur versammelten sich am frühen Samstagmorgen knapp 1600 Menschen mit 400 Fahrzeugen auf dem Gelände der Party.
Die Behörden aktivierten ein spezielles Einsatzkonzept für illegale Raves. Die Lage wurde mithilfe eines Hubschraubers aus der Luft beobachtet. Insgesamt 160 Polizist:innen waren im Einsatz. Laut Behörden kam es zu knapp 100 Strafanzeigen, auch wegen Drogenbesitzes.
Der Rave war Teil anhaltender Demonstrationen gegen den sogenannten Riposte-Gesetzesentwurf. Der Entwurf sieht unter anderem vor, die Veranstalter:innen von illegalen Partys mit Strafen von bis zu 2 Jahren Haft und 30.000 Euro zu belegen. Bereits die Teilnahme an entsprechenden Veranstaltungen wird unter Strafe gestellt.
Schon am vorangegangenen Wochenende hatten mehrere Hundert Menschen in Montpellier und Marseille gegen den Gesetzentwurf demonstriert, der derzeit vom Parlament geprüft wird. Vor ungefähr vier Wochen fand ein Protest-Rave mit fast 40.000 Teilnehmer:innen in Bourges, der Heimatstadt des Innenministers, statt.
Das Gesetz ist noch nicht vom gesamten Parlament verabschiedet worden. Der Entwurf hat Ende Mai 2026 die erste Lesung im Senat (Oberhaus) durchlaufen. Der dort verabschiedete Text wurde dabei von der rechts-konservativen Mehrheit erheblich verschärft. Der Verkauf von Lachgas soll verboten werden, ebenso das Autofahren unter Lachgas-Einfluss. Ebenfalls wird das illegale Zurücklassen von Lachgaskartuschen im öffentlichen Raum härter bestraft.







