Der City Club Augsburg äußert sich in einem Statement zu den ProSieben-Aufnahmen bei der kontroversen Razzia Ende Januar und übt dabei unter anderem Kritik an Aussagen des Einsatzleiters Andreas Diehm.
Die Einsatzkräfte der bayerischen Polizei wurden in der Nacht von einem Kamerateam des Privatsenders begleitet. Das dabei entstandene Filmmaterial ist inzwischen im Rahmen der Dokureihe Real Rookies USK veröffentlicht worden.
Die betreffende Folge wurde am 26. Mai 2026 in der Mediathek des Senders bereitgestellt und Anfang Juni auch im Fernsehen ausgestrahlt.
“Korrigierend soll an dieser Stelle auf Aussagen seitens des USK eingegangen werden, die durch Kommandoführer Andreas Diehm im Rahmen der Doku getätigt wurden”, schreibt der City Club. „Hier heißt es zum einen, der Durchsuchungsbeschluss, auf den hin die Einsatzkräfte handelten, läge für die Räumlichkeiten des kompletten Gebäudes vor.” Laut einem Beschluss, der dem Geschäftsführer Sebastian Demmer vorliegt, ist das falsch.
In einem weiteren Interviewausschnitt spricht Diehm außerdem von Ermittlungsergebnissen, nach denen im City Club mit Drogen gehandelt wurde. Grundlage dafür seien anonyme Hinweise, die sich gegen den Betreiber sowie Mitarbeitende richteten. Der City Club widerspricht dieser Darstellung. „Wir setzen nach wie vor darauf, dass es hier bald eine klare Einordnung von Seiten der Polizei gibt und das Ermittlungsverfahren gegen Sebastian Demmer und die Blausky GmbH zeitnah eingestellt wird“, sagt Martina Sulzberger, die Anwältin von Sebastian Demmer, dazu.

Teil der Sendung sind zudem anonymisierte Schilderungen einer betroffenen Person, die an dem Abend im Club zu Gast war. Sie berichtet von einem martialischen Auftreten der Einsatzkräfte und dem Gefühl, wie ein Schwerverbrecher behandelt worden zu sein. Ähnliche Schilderungen liegen laut des City Clubs auch von weiteren Gästen und Mitarbeitenden vor.
“Ich musste mich bis auf die Unterwäsche ausziehen und wurde komplett durchleuchtet”, berichtet die Betroffene. Das Ganze habe sie als sehr erniedrigend empfunden. Der Vorgang erinnert an den Fall der schottischen DJ Hannah Laing, bei der es im Rahmen einer Durchsuchung durch die Münchner Polizei ebenfalls zu einem Eingriff in die Intimsphäre gekommen sein soll.
Der City Club kritisiert im Weiteren die Präsenz des Kamerateams während der Razzia im Januar. Gäste und Mitarbeitende seien ungefragt gefilmt worden, ohne zu wissen, dass die Aufnahmen für eine Fernsehdokumentation bestimmt waren. Laut Betroffenen hätten Polizei und Kamerateam zudem teils widersprüchliche oder keine Angaben zum Zweck der Aufnahmen gemacht, was zusätzlich zu Verunsicherung und Angst geführt habe.
Ein weiterer Kritikpunkt richtet sich gegen das Verhalten einzelner Einsatzkräfte während der Razzia. Betroffene berichten laut Club von unempathischen Aussagen und mangelnder Unterstützung in emotionalen Ausnahmesituationen, etwa bei Panikattacken oder medizinischen Problemen.
Chef der Kriminalpolizei Mario Huber räumt derweil Versäumnisse ein. „Wir hätten vielleicht zweimal nachdenken sollen, bevor wir sagen, die [Das Kamerateam] dürfen mit“, sagt er gegenüber der Augsburger Allgemeinen während einer Podiumsdiskussion.







