DJ Chicago: Psytrance-Pionier im Alter von 80 Jahren gestorben

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Die internationale Psytrance-Szene trauert um DJ Chicago. Der Künstler und Szene-Pionier ist am 30. Mai im Alter von 80 Jahren verstorben. Die Nachricht wurde von seinem Sohn in den sozialen Medien bestätigt. Demnach starb DJ Chicago in Bangkok nach einem Schlaganfall, einer Blutvergiftung und schließlich an einem Herzinfarkt.

Christman wuchs in Chicago auf und bereise jahrelang die Welt, um fremde Kulturen und Bräuche kennenzulernen. Den ersten Kontakt mit bewusstseinserweiternden Drogen, der seine Sicht auf das Leben nachhaltig veränderte, hatte er 1966. 1983 wurde er Teil der aufkeimenden Goa- und Psy-Bewegung.

DJ Chicago (Foto: Armando Olivo Martín del Campo)

1999 gründete er mit Raja Ram (Ronald Rothfield), Rikatam und Bansi den Act 1200 Micrograms. Die Idee dazu hatten sie nach eigener Aussagte auf 1200 Mikrogramm LSD. Ihr erstes Album heißt ebenfalls 1200 Micrograms, einzelne Tracks sind nach den Drogen Ayahuasca, DMT, Mescalin, LSD, Marijuana, Haschisch, Ecstasy, Magic Mushrooms und Salvia divinorum benannt. Das Album enthält zahlreiche Zitate des Ethnobotanikers Terence McKenna sowie Samples aus Filmen wie Fear and Loathing in Las Vegas und The Matrix.

Das zweite 1200-Micrograms-Album Heroes of the Imagination ist den Forschern Leonardo da Vinci, Galileo Galilei, Michael Faraday, Albert Einstein, Charles Babbage, Albert Hofmann, Francis Crick, James D. Watson und Tim Berners-Lee gewidmet. Es enthielt den Hit „Acid for Nothing”, einer Trance-Version des Dire-Straits-Hits „Money for Nothing”.

Neben seinen musikalischen Veröffentlichungen galt DJ Chicago als wichtige Persönlichkeit innerhalb der globalen Psytrance-Community. Über Jahrzehnte hinweg spielte er auf internationalen Festivals, darunter Ozora, Boom, Full Moon und Indian Spirit.

„Ich habe sein mystisches Auftreten viele Male auf Goa-Partys und letztes Jahr auf dem Ozora gesehen. Wir haben zusammen um 7 Uhr morgens im Dschungel Chai getrunken, und er hat nach einer Nacht voller Dunkelheit und Wald ein morgendliches Set rausgehauen. Wow, alle tanzten im Staub, als gäbe es kein Morgen. Was für eine farbenfrohe Energie, die immer von ihm ausging, brillante Interaktion mit der Menge bis zum Ende. Wenn du versuchst zu gehen, holt er dich zurück. Gute Zeiten – flieg hoch und rocke in die Zukunft”, erinnert sich Reddit-Nutzer indidgenous an DJ Chicago.

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