Berlin: Clubs kämpfen um Fortbestehen auf RAW-Gelände

Vier Clubs auf dem RAW-Gelände in Berlin stehen kurz vor der endgültigen Schließung. Der Haupteigentümer hat bereits eine Nutzungsuntersagung für Crack Bellmer, Cassiopeia, Weißer Hase und Lokschuppen ausgesprochen. Der Grund ist ein Konflikt zwischen der Bezirksverordnetenversammlung (BVV) Friedrichshain-Kreuzberg und dem Eigentümer des RAW-Geländes. Die Kurth-Gruppe plant auf dem Areal seit mehreren Jahren den Bau eines Hochhauses mit Büros. Nun steckt das Planungsverfahren fest.

Denn: Neben besagten Büroflächen sollen in dem Gebäude auch Wohnungen entstehen. Die Kurth-Gruppe übt nun Druck auf die ansässigen Clubs aus und untersagte ihnen Anfang des Jahres den Betrieb. Dabei argumentiert der Eigentümer mit Bedenken bezüglich des Brandschutzes und führt als warnendes Beispiel die Katastrophe in Crans-Montana an.

Allerdings schwelt der Konflikt seit über zehn Jahren. Die Kurth-Gruppe gewährte den Kulturprojekten auf dem Gelände bisher extrem niedrige „Mikro-Mieten”. Dies geschah, um im Gegenzug eine Baugenehmigung bei der BVV zu erhalten. Da das Bezirksamt an dieser Stelle bremst, nutzt die Eigentümerin nun offenbar die Clubs als Druckmittel.

„Keine:r der Mieter:innen haben einen Vertrag im Kulturellen L erhalten, dadurch haben wir auch keine Planungssicherheit”, bestätigt einer der Clubbetreiber:innen gegenüber GROOVE. „Wir sind durch die kurzen Mietverträge allerdings schon etwas abgehärtet. Gleichzeitig ist es auch eine Abschätzung, wie lange man das persönliche Risiko als Clubbetreiber:in tragen will. Einfach so aufgeben wollen wir auf jeden Fall nicht. In den Clubs steckt viel Herzblut, und wir haben als Betreiber:innen eine Verantwortung gegenüber unseren Mitarbeiter:innen.”

Gemeinsam reichten Linke, Grüne und SPD eine Resolution zum Erhalt der Clubs auf dem RAW-Gelände bei der Bezirksverordnetenversammlung ein. Dieser zufolge soll die Kurth-Gruppe wiederholt geäußert haben, „den Druck auf das Bezirksamt verstärken zu wollen, um den gewünschten Bebauungsplan nach vielen Jahren zu einem Abschluss zu bringen.” Dabei werden die Clubbetreiber:innen „in Geiselhaft” genommen. Außerdem soll es ohne die bereits ansässigen Clubs „mit dieser BVV keinen Bebauungsplan für das RAW geben.” Die Wohnnutzung verkompliziere das Verfahren deutlich, vor allem wegen Auflagen zum Lärmschutz.

Nicht nur Clubs auf dem RAW-Gelände haben derzeit Schwierigkeiten, ihren Standort angesichts verschiedener Bauprojekte zu erhalten. Auch das ://about blank und das Humboldthain sind gefährdet. Neben den beiden Clubs sind ein Hotel beziehungsweise Mikroapartments geplant, was erhöhte Lärmschutzauflagen mit sich bringt und damit das potenzielle Aus beider Clubs bedeutet.

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