Afrika Bambaataa: Electro-Miterfinder und Wegbereiter der elektronischen Tanzmusik verstorben

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Afrika Bambaataa ist am 9. April in Pennsylvania an Prostatakrebs verstorben. Der DJ und Producer aus der Bronx in New York gilt als einer der Wegbereiter von Hip-Hop und Electro. Für die Technokultur ist er ein prägender Einfluss, unter anderem durch seinen Beitrag zum Afrofuturismus. Sein Interesse an der Zukunft äußerte sich neben dem Sampling von Kraftwerk-Stücken auch in den Umhängen, Uniformen und dem Schmuck, die er auf der Bühne trug.

Allerdings fiel in den Zehnerjahren ein Schatten auf „den Godfather des Hip-Hop”, nachdem ihm wiederholt sexueller Missbrauch vorgeworfen wurde. Einer der diversen Betroffenen ist der Aktivist Ronald Savage, der Bambaataa 2016 öffentlich beschuldigte. Zwar zog Savage seine Anschuldigungen zurück, allerdings berichteten diverse Medien über zehn weitere Männer, die Bambaataa beschuldigten. 2025 war er in New York in einem Zivilprozess eines unbekannten Betroffenen angeklagt, der Bambaataa vorwarf, ihn als Kind missbraucht zu haben. Bambaataa wurde verurteilt, nachdem er sich weder verteidigt hatte noch vor Gericht erschienen war.

Afrika Bambaataa mit DJ Yutaka 2004 in Tokyo (Foto: Sean Wilson/ Wikipedia)

Afrika Bambaataa wurde am 17. April 1957 als Lance Taylor in New York geboren. Er wuchs im sozialen Wohnungsbau in den Bronx River Houses auf. Seine Eltern seien New Yorker mit karibischen Wurzeln gewesen, sagte er 2017 in einem Gespräch bei der Red Bull Music Academy. Als Jugendlicher schloss er sich den Black Spades an, einer Gang. Seine Lebenseinstellung änderte sich, als er einen Schulaufsatzwettbewerb gewann, zu dem eine Reise nach Afrika gehörte, berichtet er im Interview weiter.

Von da an sei es nicht mehr um Straßenkämpfe gegangen, sondern um das Feiern. Als Musiker wurde Bambaataa in den 1970er-Jahren bekannt, als er große Blockpartys in der Bronx organisierte, die den Aufstieg der Hip-Hop-Kultur ankündigten. Wer genau Hip-Hop erfunden hat, ist bis heute unklar. Meistens fällt der Name Bambaataa zusammen mit zwei anderen DJs aus der Bronx, DJ Kool Herc und Grandmaster Flash.

Africa Bambaataa (Foto: Mika Väisänen)

Afrika Bambaataa war einer jener DJs, der die populären Breaks, die rhythmischen, drum-lastigen Passagen, verlängerte, damit die B-Girls und B-Boys ihre akrobatischen Tänze vorführen konnten. Signifikant ist die stilistische Breite der Musik, die dabei zum Einsatz kam. Dazu gehörten neben US-amerikanischem Funk, Rock und Pop auch südamerikanischer Salsa und Bossa Nova und Importe aus Europa – allen voran Kraftwerk mit den Tracks „Trans-Europa Express” oder „Numbers”.

1982 veröffentlichte Bambaataa mit der Soulsonic Force einen der einflussreichsten Hip-Hop-Tracks überhaupt: „Planet Rock”. Der von Arthur Baker produzierte Song kombinierte Rap mit elektronischer Tanzmusik und diente als Inspiration für den Electro-Funk der Westküste der USA und Miami Bass – und für Maximilian Lenz aus Münster, der sich an Anlehnung an Afrika Bambaataa Westbam, kurz für Westfalia Bambaataa, nannte.

Africa Bambaataa (Foto: Mika Väisänen)

Bambaataa gründete die Universal Zulu Nation, um auch jenseits von Musik und Party Frieden und Einheit zu stiften. Mit dieser Überschneidung von Musik, Kultur und sozialen Werten nahm er die Rave-Kultur mit ihrem Einsatz für Peace, Love, Unity und Respect vorweg. In diesem Zusammenhang definierte er Hip-Hop als Zusammenspiel von vier Elementen, von DJing, MCing, Breakdance und Graffiti. Später, 2013, kritisierte er, dass bei Hip-Hop nur noch an Rapper gedacht wird.

Nachdem 2016 die Vorwürfe gegen Bambaataa laut wurden, distanzierte sich die Organisation von ihrem Gründer und entschuldigte sich bei den Betroffenen.

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