Der Tresor.West in Dortmund schließt zum Jahresende. Für die Räume am Phönixplatz in Hörde, die ca. 750 Gäste fassen, sucht man neue Betreiber:innen, heißt es in einer Meldung des Clubs.
„Gemeinsam haben wir etwas Seltenes geschaffen: einen Club mit eigener Identität, mit eigenen Maßstäben dafür, wie wir miteinander umgehen, und einen Raum, in dem talentierte internationale, nationale und lokale Künstler*innen mit Stolz gespielt haben”, schreibt das Team auf Instagram.
Im Oktober, November und Dezember ist eine Reihe von Closing-Nächten geplant, mit denen der Club seine Geschichte und den Abschied feiert. Geht es nach den Machern, sollen die Räume aber als Kulturort erhalten bleiben. In einer Ausschreibung sucht man neue Betreiber:innen.
„Angesprochen sind Veranstalter:innen, Kollektive und Gastronom:innen mit einem eigenen, tragfähigen Konzept für den Standort”, heißt es dort. Interessierte sollen sich bis zum 15. November über presse@tresorwest.com melden.
„Der Club am Phönixplatz war 2019 mit dem Anspruch eröffnet worden, ein konsequentes Techno-Konzept zu verfolgen und Dortmund als Standort internationaler Clubkultur zu etablieren”, erklärt Clubgründer Dimitri Hegemann in der Meldung. „Die Corona-Pandemie setzte dem erfolgreichen Auftakt bereits wenige Monate nach Eröffnung ein vorläufiges Ende. Nach dem Neustart im Mai 2022 blieben die erwarteten Umsätze aus, und der wirtschaftliche Druck stieg stetig.”

Als Ursachen nennt Hegemann vor allem branchenweite Entwicklungen: rückläufige Besucherzahlen, gestiegene Kosten sowie veränderte Konsum- und Ausgehgewohnheiten. Das Publikum konzentriere sich in den Sommermonaten zunehmend auf Festivals; insgesamt folge es stärker einzelnen Event-Brands und DJs, während die persönliche Bindung an Genre-Clubs abnehme. Eine strikt auf Techno ausgerichtete Programmierung sei unter diesen Bedingungen nicht nachhaltig tragfähig. Gegenüber GROOVE fügt Hegemann hinzu, dass Clubs und Partyreihen immer mehr von Ehrenamtlichen getragen werden, um überhaupt Treffpunkte zu schaffen – eine weitere Herausforderung für einen Club, der die Arbeitskräfte bezahlen will.
Hegemann dankt den Künstler:innen, die den Club geprägt haben, und würdigt ausdrücklich den Einsatz des Teams: „Die Vision, mit der wir 2019 gestartet sind, habt ihr Wirklichkeit werden lassen: ein Ort, an dem sich Menschen zuhause fühlen können, mit eigenen Standards für Awareness und den Umgang miteinander, die nichts mit einem Namen zu tun haben, sondern mit den Leuten, die diesen Ort gestalten.”
Das Team habe einen Kulturraum geschaffen, der weit über das reine Techno-Programm hinausweise, findet Hegemann und richtet sich an mögliche neue Betreibende: „Diese Aufbauarbeit bleibt über die Schließung hinaus bestehen: Mit Tresor.West ist in Dortmund eine kulturelle Infrastruktur entstanden, mit Publikum, Netzwerk, erprobten Abläufen und eigenen Standards, auf der neue Betreibende unmittelbar aufbauen können.”
Dass der Standort über Techno hinaus Potenzial hat, zeige sich bereits heute. Im Garten finden seit August generationenübergreifende Tanzveranstaltungen statt. „Was wir hier aufgebaut haben, soll nicht verloren gehen. Deshalb suchen wir aktiv nach jemandem, der oder die diesen Ort weiterträgt”, so Hegemann.
Zu den Closing-Nächten informiert der Club beizeiten über seine Kanäle.
Der Tresor.West ist in verwinkelten Kellergewölben auf dem Gelände des ehemaligen Hüttenwerks Phoenix West verortet. Er fasst in den Innenräumen rund 750 Menschen, dazu kommt ein 2.000 Quadratmeter großer Garten. Nach der Eröffnung im Winter 2019 stoppte die Corona-Pandemie den Betrieb, im Dezember 2021 öffnete der Club wieder. Aufsehen erregten die Community Nights Anfang 2024. Programmiert wird vor allem Techno. Neben der einzigartigen Atmosphäre in dem weitläufigen historischen Gemäuer sticht der Club durch ausgefeilte Sound- und Lichttechnik hervor.







