Berlins Senat beschließt als erstes Bundesland eine „Landesstrategie für queere Sicherheit und gegen Queerfeindlichkeit”. Mehr als 400 Personen entwickelten in 15 Arbeitsgruppen ein 55-seitiges Papier, das sich gegen den enormen Anstieg queerfeindlicher Übergriffe in Berlin stemmt. In den Aktionsplan sind große Teile der Berliner Verwaltung, die Schulen, die Polizei und die Zivilgesellschaft einbezogen.
„Die Landesstrategie für queere Sicherheit und gegen Queerfeindlichkeit verankert den Schutz und die Sicherheit für queere Menschen in Berlin dauerhaft”, so Cansel Kiziltepe (SPD), Berliner Senatorin für Arbeit, Soziales, Gleichstellung, Integration, Vielfalt und Antidiskriminierung.
Die Strategie will LGBTQ+-Personen ein sichereres Leben ermöglichen. So passieren besonders im Nahverkehr häufiger als anderswo queerfeindliche Übergriffe. Dort will man mit einer Sensibilisierung des Sicherheitspersonals und einem Aufruf zu Zivilcourage vorgehen. Außerdem sind Notrufsäulen an Haltestellen und verbesserte Sicherheitskonzepte bei Veranstaltungen vorgesehen. Auch eine Fachstelle für Queerfeindlichkeit im Netz ist geplant. Angebote des Gewaltschutzes, der Prävention von Hasskriminalität und der psychosozialen Beratung sollen auch in den Außenbezirken sichtbarer gemacht und ausgebaut werden.
Im Jahr 2023 wurden von der Polizei 588 Fälle mit LGBTIQ+-feindlicher Motivation erfasst, 2017 waren es dagegen nur 172 Vorfälle. Die Gründe für die extreme Zunahme liegen der Studie zufolge in zunehmender Trans-Feindlichkeit sowie in rechten und queerfeindlichen Diskursen. Trotzdem gilt Berlin als eine der queerfreundlichsten Städte weltweit.
Das Papier kann hier als PDF hier heruntergeladen werden.







