Kultursenatorin: Wedl-Wilson bittet nach Rechnungshof-Rüge um Entlassung

Die Berliner Kultursenatorin Sarah Wedl-Wilson hat infolge eines Berichts des Berliner Landesrechnungshofs über die strittige Vergabe von Fördergeldern ihre sofortige Entlassung beantragt. Der Rechnungshof hatte ihr Vorgehen als „evident rechtswidrig” eingestuft. Berlins Bürgermeister Kai Wegner gab dem Antrag auf Entlassung wenig später statt.

„Sarah Wedl-Wilson übernimmt politisch und persönlich Verantwortung – dafür gebührt ihr Respekt”, so Wegner. Wedl-Wilson selbst erklärte, dass sie diesen Schritt aus Verantwortung gegenüber Amt, Stadt und Bürgern gehe.

Stein des Anstoßes sind unter Aufsicht von Wedl-Wilson vergebene rund 2,5 Millionen Euro, die 2025 an 13 Projekte flossen. Dabei wurden oftmals keine regulären Prüfverfahren eingehalten. Interne Einwände wurden übergangen, Zuständigkeiten missachtet. Viele Projekte kamen auf Vorschlag der CDU-Fraktion, später auch einige von der SPD. Sie wurden bevorzugt und nicht durch das übliche Jury-Verfahren geprüft. Der Rechnungshof stuft das Vorgehen als rechtswidrig ein. Andere Antragsteller hatten dadurch praktisch keine Chance auf Förderung.

Sarah Wedl-Wilson wurde 2023 Staatssekretärin für Kultur in Berlin, ab 2025 war sie als Kultursenatorin tätig. Sie folgte auf Joe Chialo, der nach massiver Kritik an den weitreichenden Haushaltskürzungen im Kulturbereich ebenfalls zurückgetreten war. Ebenso wenig hilfreich war, dass der Porsche-Fahrer nach acht Geschwindigkeitsübertretungen seinen Führerschein abgeben musste.

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