ARTE Tracks widmet sich in einer knapp 20-minütigen Mini-Doku dem elektronischen Musik-Underground Ost- und Südostasiens – und landet dabei bei Eastern Margins. Das in London ansässige Kollektiv fungiert seit über acht Jahren als Scharnier zwischen den Kontinenten: als Label, Veranstalter und Plattform für diasporische Clubsounds aus Ländern wie Südkorea oder Indonesien.
Das Kollektiv versucht gezielt, den westlichen Blick auf asiatische Clubmusik zu verschieben. Noch immer haftet ihr in Europa das Image des Schrillen, Überdrehten an – ein Klischee, das mit der Realität dieser Szenen wenig zu tun hat.
Zum erweiterten Umfeld gehören Artists wie Budots-Pionier DJ Love oder die indonesischstämmige DJ Larasati, deren Sets konsequent gegen westliche Hörgewohnheiten arbeiten. Auch Rapper Jianbo ist zentral: im Süden Londons aufgewachsen, geprägt von Grime und Breakbeats, verhandelt er in seiner Musik die Brüche und Überlagerungen diasporischer Identität.
Die Doku bleibt dabei nicht auf der Oberfläche stehen, sondern zoomt immer wieder auf die kulturellen Kontexte hinter dem Sound. „Dreißig Jahre Techno – es ist Zeit für etwas Neues”, sagt Larasati. Eine Kampfansage, die nicht zuletzt Europa gilt: Selbst in Ländern wie den Niederlanden, mit großer indonesischer Community, fristet etwa der Funkot-Sound bislang ein Nischendasein.
Sehen könnt ihr die Dokumentation in der ARTE-Mediathek.







