Live Nation: Geleakte Chats belasten Ticketfirma

Zwei Ticketverkaufsleiter der Live Nation Entertainment Inc. prahlten in geleakten Chatnachrichten damit, wie sie Kund:innen ausnehmen: „Die Leute sind so dumm. Ich habe fast ein schlechtes Gewissen, sie auszunutzen”, schreibt Manager Ben Baker seinem Kollegen Jeff Weinhold und bezieht sich dabei auf überhöhte Nebenkosten beim Ticketkauf. Die internen Nachrichten stammen aus dem Jahr 2022 und wurden im Zuge eines Gerichtsverfahrens zur angeblichen Monopolbildung im Live-Sektor der Firma veröffentlicht. Die beiden Live-Nation-Manager detaillieren unnötige und willkürlich hohe Kosten und wie sie die Käufer:innen „bis aufs letze Hemd ausrauben”.

Weinhold prahlte damit, an einem Veranstaltungsort in Virginia 250 Dollar für VIP-Parkplätze zu verlangen, während Baker beschrieb, dass er an einem anderen Veranstaltungsort „50 Dollar fürs Parken auf der Wiese” und „60 Dollar für eine näher gelegene Wiese” berechnete. Weiter sprachen die beiden über Einnahmen aus „Premium-Parkgebühren” an einem nicht näher bezeichneten Veranstaltungsort, die sich laut den Unterlagen im Jahr 2021 auf 660.000 Dollar beliefen.

In einem Statement distanziert sich Live Nation von den Chatnachrichten. Der Antrag, einen Teil dieser Nachrichten beim Verfahren nicht zu werten, wurde mit der Begründung abgelehnt, diese seien ein Beweis dafür, wie Live Nation seine Monopolstellung ausnutze.

Die geleakten Chats der beiden Live-Nation-Manager liegen nicht nur dem US-Justizministerium vor (Screenshot: US Department of Justice)

Live Nation ist ein Live-Event-Ticketverkäufer, der sich aus vier Unternehmen zusammensetzt, darunter auch der globale Marktführer Ticketmaster.com. Das Ticket-Imperium erwirtschaftete zuletzt einen Jahresumsatz von über 20 Milliarden Dollar. 2024 veranstaltete man weltweit 54.000 Events.

In der aktuellen Klage gegen den US-Konzern gab es in den letzten Tagen neue Entwicklungen. Es geht im Kern um den Vorwurf, das Unternehmen nutze seine Monopolstellung aus, um den Wettbewerb zu unterdrücken und Ticketpreise künstlich hochzuhalten. Am 9. März gab das US-Justizministerium nun überraschend bekannt, dass es sich mit Live Nation auf einen Vergleich geeinigt hat. Entgegen ursprünglicher Forderungen muss Live Nation Ticketmaster nicht verkaufen. Obwohl das Justizministerium den Fall beigelegt hat, ist der Rechtsstreit noch nicht vorbei. Über 30 US-Bundesstaaten haben den Deal abgelehnt.

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