Hardtechno-Callout: Shlømo beteuert Unschuld und droht, Amelie Lens widerspricht

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Sämtliche Beiträge zum Hardtechno-Callout findest du hier.

Shlømo äußert sich zum zweiten Mal zu den Vorwürfen von Ex-Booker Brad:

„Brad war ein Jahr lang mein US-Booker bei meiner Agentur Steer. Die Zusammenarbeit mit Steer endete aufgrund wiederholten unprofessionellen Verhaltens; dies hat jedoch nichts mit den Anschuldigungen zu tun, die er nun verbreitet.

Seitdem streut er gezielt Falschinformationen über Steer und bestimmte Künstler, darunter auch ich, mit der klaren Absicht, meinen Ruf, meine Karriere und mein Privatleben zu schädigen – offenbar in einer obsessiven Rachekampagne.

Ich spreche hier nur für mich selbst. Ich hatte nie eine nicht einvernehmliche Beziehung. Ich habe nie eine Frau sexuell missbraucht. Ich hatte nie eine sexuelle Beziehung mit einer minderjährigen Frau. Niemals.”

Er behauptet, Brad habe versucht ihn zu erpressen. Ferner kündigt er Anzeigen wegen „Verleumdung, Belästigung, Morddrohungen, versuchter Erpressung, Urkundenfälschung und Verwendung gefälschter Dokumente an”.

Widerspruch kommt von Amelie Lens, die sich Stunden zuvor mit einem eigenen Statement zu Wort gemeldet hatte. „Das Interview, in dem du über die Frauen lachst, ist also fake?”, kommentierte die Belgierin unter Shlømos Post. In ihrem eigenen Statement spricht Lens nicht nur über die aktuellen Vorwürfe, sondern über Strukturen und Erfahrungen, die viele Frauen in der Clubkultur machen. Sie kritisiert, dass Sicherheitsfragen oft als „Frauenproblem” behandelt würden und nicht als „Verantwortung der gesamten Szene”.

„Der Dancefloor ist unser Zuhause und das Backstage unser Arbeitsplatz”, betont sie. Beides sollten Orte sein sollten, an denen man sich sicher fühlt – unabhängig vom Geschlecht. „Wir wurden dazu gezwungen, für unsere Sicherheit zu sorgen, unsere Drinks und die Tür ständig im Auge zu behalten.”

Lens richtet ihren Appell besonders an Männer in der Szene: Wer Ungerechtigkeiten sieht, müsse aktiv handeln, anstatt wegzusehen oder zu relativieren. Außerdem müsse man sich von bestehenden Klischees lösen: „Das Bild des gruseligen Mannes in einer dunklen Seitenstraße ist nicht immer zutreffend – heutzutage ist es eben auch der Bro in der Booth, der lacht, während er etwas Unangemessenes macht.”

In einem besonders persönlichen Moment am Ende der Slides berichtet Lens von einer bedrohlichen Situation, in der ein Mann ihr hunderte Nachrichten mit Gewaltfantasien schickte und sie später persönlich stalkte. „Er hat mir geschrieben, dass er mich entführen und vergewaltigen wolle.” Trotz dieser ernsthaften und expliziten Bedrohung erfuhr sie nur begrenzte Unterstützung durch die Polizei. „Sie haben mir gesagt, dass sie nichts für mich tun könnten, während ich weinend vor ihnen stand.” Ein Beispiel dafür, wie schwer es für Betroffene ist, für die eigene Sicherheit zu sorgen. Es verdeutlicht: Es ist nicht die Aufgabe der Opfer, wiederholt ihre Traumata öffentlich zu machen, damit die Szene reagiert.

SPFDJ, Charlotte de Witte, Wallis, Anetha, DJ Gigola, Nadia Struiwigh, Monika Kruse, VTSS, Elli Acula, Roi Perez, Mavi de Mars, Marie Montexier, Cormac, Muallem oder Henning Baer sind einige der DJs, sie sich an Lens‘ Seite stellen.

Der maskierte Hard-Techno-Artist CARV hat mittlerweile in einem eigenen Statement auf die Anschuldigungen reagiert und gegenüber dem Nachrichtdienst Watson angekündigt, seine Karriere zu beenden.

Brad gibt derweil einen Einblick in die Hintergründe seines Callouts. Er selbst habe seine Tätigkeit bei Steer nicht wegen beobachteter Übergriffe aufgegeben, sondern aufgrund des toxischen Arbeitsumfeldes. Ihm seien nur Gerüchte von Übergriffen bekannt gewesen. Als er Ziel einer Schmutzkampagne wurde und sich gegen diesen wehrte, seien Hunderte von Berichten eingetroffen – im Einzelnen nicht überprüfbar, hätten sie nach sorgfältiger Überprüfung ein drastisches Bild übergriffigen Verhaltens abgegeben. Brad sieht sich aber explizit nicht in der Rolle, die Taten therapeutisch, journalistisch und juristisch aufzuarbeiten – dafür verweist er an entsprechende Profis und an den Account @metoodjs.

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