burger
burger
burger

Moritz von Oswald: Der Druck von unten

- Advertisement -

Ohne Moritz von Oswald würde das heutige Techno-Berlin nicht für den spezifischen Sound stehen, den wir inzwischen damit verbinden. In den 1990ern verfügte die Stadt zwar über identitätsstiftende DJs, an fähigen Produzent*innen mangelte es aber. Moritz von Oswald und sein damaliger Partner Mark Ernestus erschufen mit ihren zahlreichen gemeinsamen Projekten, mit einen Netzwerk verschiedener Labels und einem Mastering-Studio die Definition des Sound of Berlin. Dieser spröde, monotone, dubbige Sound war klanglich so avanciert, wie er das Grau in Grau des Berlins der 1990er widerspiegelte, die Tristesse allerdings mit einer bestimmten Spannung und Wärme auflud.

Seit dieser formativen Zeit ist schon ein Vierteljahrhundert vergangen. Techno produziert von Oswald heute nur noch mit den Weggefährten von damals, mit Juan Atkins oder Carl Craig. Mit dem Moritz von Oswald Trio entwickelte er am Anfang des vergangenen Jahrzehnts einen Sound, der sich von der Wucht von Basic Channel und Maurizio verabschiedete, der ebenso reduziert wie spontan war.

Mit einer neuen Trio-Besetzung öffnet er sich einem solchen spontanen, jazzigen Ansatz noch weiter. Giovanna Latzke und Alexis Waltz wollten von Moritz von Oswald wissen, wie diese mit Laurel Halo und Heinrich Köbberling zustande kam, was für eine Rolle Tresor-Macher Dimitri Hegemann 1991 bei der bahnbrechenden Kollaboration mit Juan Atkins spielte – und was von Oswald mit dem kirgisischen Folk-Ensemble Ordo Sakhna verbindet.

Ab hier geht´s nur mit Abo weiter!

Die GROOVE berichtet seit 1989 über elektronische Musik und Clubkultur. Damit könnte es schon bald vorbei sein, denn auch wir haben als Online-Medium zu kämpfen. Es liegt an dir: Mach’ aus Existenzkampf Zukunftslust und hilf mit, unabhängigem Musikjournalismus eine Perspektive zu geben – und hol’ dir damit massenhaft exklusive Inhalte.

In diesem Text

Weiterlesen

Features

ÆDEN: Umfunktionierte Container und Grün zwischen Backsteinmauern

Groove+ Wie ist es, während einer Pandemie einen Club zu eröffnen? Diese und andere Fragen haben wir den Machern des ÆDEN gestellt.

Track by Track: John Tejada – Sweat (On The Walls)

Groove+ Kaum ein Track hat die Sinnlichkeit einer House-Party im Kellerclub so eingefangen wie „Sweat (On The Walls)”. Erfahrt, wie er entstand.

Anfisa Letyago: „Ich spreche nur über meinen Job”

Groove+ Anfisa Letyago hat sich in den letzten Jahren auf die ganz großen Bühnen des Technozirkus gespielt. Wie ihr das gelang, lest ihr im Porträt.