Tänzer*innen (Foto: Timothée Lambrecq)

Nachdem am Wochenende rund 3000 Personen in der Hasenheide feierten, will der Bezirk Neukölln sich dem Bestreben des Senats zurückziehen, Grünflächen für Open-Air-Veranstaltungen freizugeben, nicht anschließen. In den letzten Wochen kam es bereits vermehrt zu illegalen Feiern in der Hasenheide. Ein solidarisches Miteinander sei in Kombination mit Raves wie am Wochenende „völlig illusorisch”, meint Martin Hikel (SPD), Bezirksbürgermeister von Neukölln, gegenüber dem Tagesspiegel.

Der Bezirk werde nun prüfen, ob gegen die Verantwortlichen Bußgelder verhängt werden sollen. Zudem seien nun Mitarbeiter*innen des Ordnungs- und Grünflächenamtes damit beschäftigt, den liegengebliebenen Müll zu entsorgen und den Geruch von übermäßig als Toilette benutzten Gebüschen zu beseitigen. Hikel will jedoch weiterhin an die Vernunft appellieren: „Ich habe Verständnis dafür, dass Menschen feiern wollen. Grünanlagen sind aber kein Club-Ersatz und werden es auch niemals sein können.”

Georg Kössler, Sprecher für Clubkultur der Grünen im Senat, verurteilte die Geschehnisse in der Hasenheide, hält jedoch noch an dem Vorstoß fest, Grünanlagen für Open-Airs mit begrenzter Besucher*innenzahl freizugeben. Auch Lutz Leichsenring von der Clubcommission will weiterhin an dem Konzept festhalten. Zum einen dürfe man illegalen Raves nicht das Feld überlassen und zum anderen wäre dieses Konzept nur in dem warmen Monaten umsetzbar. Im Winter würden die Clubs vor noch größeren Problemen stehen.

Leichsenring betonte, eine gemeinsame Lösung mit Senat und Bezirken müsse gefunden werden. Jedoch habe sich der Bezirk Friedrichshain-Kreuzberg bereits aus dem Vorhaben zurückgezogen, da dort keine geeigneten Flächen bestehen würden. Auch Spandau und Tempelhof-Schöneberg würden Open-Airs auf Grünflächen skeptisch gegenüberstehen.