Spontan Musikmachen verboten: Myfest in Berlin unter Druck

Foto: Myfest e.V.

Das Myfest, das jedes Jahr am 1. Mai in Berlin-Kreuzberg stattfindet, steht unter Druck. Im Vorfeld berichtete die Presse über den Abriss zweier Tiny Houses, die aufgrund von Sicherheitsbedenken beseitigt wurden. Die Zahl der Bühnen wurde reduziert, das Musikprogramm eine Stunde früher als sonst beendet. Im Görlitzer Park wurde der Getränkeverkauf verboten, der Park war nur nach dem Passieren einer Sicherheitskontrolle zu betreten. Mehreren Musiker*innen, die nicht als Teil des offiziellen Programms spielten, sondern spontan bei Geschäften und Essensständen auftraten, untersagte die Polizei das Musizieren.

Die Besucher*innen ließen sich von diesen Maßnahmen offenbar nicht abschrecken.

Diese verstärkte Regulierung des Myfests ist auch eine Reaktion auf die Bewohner*innen der betroffenen Gebiete. Der Bezirk hatte eine Umfrage unter 5000 zufällig ausgewählten Kreuzberger*innen  durchgeführt. Sie kritisierten die „Ballermann-Stimmung“ und den fehlenden politischen Bezug zum Tag der Arbeit. Deshalb wurde auch der Wortanteil auf den Bühnen erhöht.

Die Diskussion über die Berechtigung des Myfests gibt es schon, seit es 2003 zum ersten Mal stattfand. Die einen genießen es als kostenloses Festival mit Bier zu Spätipreisen und einem kontrollierten Ausnahmezustand im einmaligen Bohèmebezirk. Die anderen sehen darin eine Depolitisierung des Tags der Arbeit, an dem in Kreuzberg traditionell verschiedene linksradikale Demos stattfinden. Diese Szene wertet das Myfest als erfolgreichen Versuch, den Protest im Konsum zu ersticken.

Historisch ist die linksradikale 1.Mai Demonstration von 1987: Die Polizei verlor für eine Nacht die Kontrolle über Kottbusser Tor, Oranienstraße und Görlitzer Bahnhof und zog sich um 23 Uhr aus der Gegend zurück. Brennende Barrikaden aus Autos und Baumaschinen wurden über Stunden hinweg verteidigt, ein anrückender Löschzug der Feuerwehr in Brand gesteckt. Mehr als 30 Geschäfte wurden damals geplündert. Der Bolle-Supermarkt am Görlitzer Bahnhof brannte aus und wurde nie wieder aufgebaut.

News

Weiterlesen

Hamburger Hafen: Zoll stellt 1,5 Tonnen Crystal Meth sicher

Eine Einzeldosis umfasst 2,5 bis 10 Milligramm, mit dem Fund hätte also mindestens 150 Millionen Mal konsumiert werden können.

Hamburger Hafen: Zoll stellt 1,5 Tonnen Crystal Meth sicher

Eine Einzeldosis umfasst 2,5 bis 10 Milligramm, mit dem Fund hätte also mindestens 150 Millionen Mal konsumiert werden können.

House-Ikone Moné: Stimme hinter zeitlosen Dance-Klassikern verstorben

Mit Hymnen wie „We Can Make It” und „Movin” prägte die Sängerin den Sound von Strictly Rhythm und die Clubkultur der Neunziger.

The White Hotel: Club in Manchester wird ab 2027 als BASTION betrieben

The White Hotel schließt Ende dieses Jahres, nun steht fest: Ein Projekt aus der Nachbarschaft übernimmt die Räumlichkeiten als BASTION.

Sektor Evolution: Dresdner Techno-Club droht die Schließung

„Nur mit Geld macht die Party auch keinen Sinn”, schreiben die Betreiber des Sektor Evolution in Dresden und warnen vor dem Aus.

„Ausverkauf der Festivals”: ARTE-Tracks-Beitrag zur Marktkonzentration in der Live-Musik-Branche veröffentlicht

In einem ARTE-Tracks-Beitrag setzen sich unter anderem DJ Aya und Michail Stangl kritisch mit dieser Entwicklung auseinander.

Klub Kegelbahn: Luzerner Club steht vor dem Aus

Gegen die Betreibergesellschaft des Klub Kegelbahn wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen sind auch zwei weitere Lokalitäten.

In eigener Sache: GROOVE kommentiert den Rave-the-Planet-Livestream

Zum ersten Mal wird die Parade von 14 bis 22 Uhr komplett im Stream übertragen. Alle Infos und Links findet ihr hier.

 „Alles Gute kommt von unten”: Hamburger Szene kündigt Demorave an

Am 29. August 2026 demonstrieren mehr als 45 Hamburger Kollektive mit 16 Wagen unter dem Motto „Alles Gute kommt von unten”.

Houghton: Todesfall auf britischem Festival

Auf dem Houghton Festival ist eine Person ums Leben gekommen. Die Veranstalter:innen arbeiten mit den örtlichen Behörden zusammen.
Moné sang für Strictly Rhyhtm prägende House-Tracks ein (Foto: Presse/Discogs)

House-Ikone Moné: Stimme hinter zeitlosen Dance-Klassikern verstorben

Mit Hymnen wie „We Can Make It” und „Movin” prägte die Sängerin den Sound von Strictly Rhythm und die Clubkultur der Neunziger.
Das White Hotel gilt es einer der freisten und unberechenbarsten Clubs in England, der gängige Formate sprengt und Musik mit Kunst und politischer Performance zusammenbringt (Foto: Alexis Waltz)

The White Hotel: Club in Manchester wird ab 2027 als BASTION betrieben

The White Hotel schließt Ende dieses Jahres, nun steht fest: Ein Projekt aus der Nachbarschaft übernimmt die Räumlichkeiten als BASTION.
Sektor Evolution: Spendenaktion nach Brand in Dresdner Club

Sektor Evolution: Dresdner Techno-Club droht die Schließung

„Nur mit Geld macht die Party auch keinen Sinn”, schreiben die Betreiber des Sektor Evolution in Dresden und warnen vor dem Aus.
CTM-Kurator Michail Stangl ist eine der Stimmen, die sich kritisch mit der Monopolbildung im Live-Musikgeschäft auseinandersetzen (Foto: Presse)

„Ausverkauf der Festivals”: ARTE-Tracks-Beitrag zur Marktkonzentration in der Live-Musik-Branche veröffentlicht

In einem ARTE-Tracks-Beitrag setzen sich unter anderem DJ Aya und Michail Stangl kritisch mit dieser Entwicklung auseinander.
Der Klub Kegelbahn (Foto: Klub Kegelbahn)

Klub Kegelbahn: Luzerner Club steht vor dem Aus

Gegen die Betreibergesellschaft des Klub Kegelbahn wurde ein Insolvenzverfahren eröffnet. Betroffen sind auch zwei weitere Lokalitäten.

In eigener Sache: GROOVE kommentiert den Rave-the-Planet-Livestream

Zum ersten Mal wird die Parade von 14 bis 22 Uhr komplett im Stream übertragen. Alle Infos und Links findet ihr hier.

 „Alles Gute kommt von unten”: Hamburger Szene kündigt Demorave an

Am 29. August 2026 demonstrieren mehr als 45 Hamburger Kollektive mit 16 Wagen unter dem Motto „Alles Gute kommt von unten”.
Die Terminus-Stage des Houghton (Foto: Houghton Festival)

Houghton: Todesfall auf britischem Festival

Auf dem Houghton Festival ist eine Person ums Leben gekommen. Die Veranstalter:innen arbeiten mit den örtlichen Behörden zusammen.